Der Weihnachtsbaum aus dem Ehrenhof von Schloss Schönbrunn hat ein neues Zuhause gefunden – im Elefantengehege des Tiergartens Schönbrunn. Der 160 Jahre alte Baum, welcher bis zum 6. Jänner das Zentrum des Wiener Weihnachtsmarkts darstellte, wurde prächtig mit 2.000 LED-Lichtern und Kugeln geschmückt und erfreute sich großer Beliebtheit als Fotokulisse.
Am 8. Jänner wurde die imposante Fichte, die im Rauriser Tal in Salzburg gewachsen war, gefällt und für den Transport ins Elefantengehege vorbereitet. Die 18 Meter hohe Fichte wird jetzt als ausgewöhnliche Attraktion für die Afrikanischen Elefanten genutzt. Insbesondere der jüngste Elefanten-Nachwuchs zeigt großes Interesse an der neuen Umgebung. Die Elefanten schubsen den Stamm, schälen die Rinde ab und durchforsten die Äste, was sowohl ihre Neugier als auch ihren Spieltrieb anregt.
Nachhaltigkeit und Tradition
Der Baum dient nicht nur der Unterhaltung der Tiere, sondern auch als wichtige Quelle für Zahnpflege und ist ein Anreiz für das natürliche Verhalten der Elefanten. Tiergartendirektor Dr. Stephan Hering-Hagenbeck hebt die Bedeutung der tiergerechten Beschäftigung hervor. Die Fichte, die in den Wäldern der Österreichischen Bundesforste gewachsen ist, zeigt zudem, wie eng Tradition und Nachhaltigkeit miteinander verknüpft sind.
Andreas Gruber von den Österreichischen Bundesforsten betont die nachhaltige Nachnutzung des Baumes und die Verantwortungsübernahme gegenüber der Natur. Auch Katrin Edtmeier, Geschäftsführerin des Weihnachtsmarktes, hebt hervor, wie wichtig diese Verbindung in Bezug auf die Tradition und Verantwortung ist. Klaus Panholzer, CEO der Schönbrunn Group, ergänzt die Aussagen und erklärt die Beliebtheit des Baumes bei den Besuchern.
Die Weihnachtsbaum-Tradition
Der Brauch, geschmückte Weihnachtsbäume aufzustellen, ist eine vergleichsweise junge Tradition, die ihren Ursprung im 15. Jahrhundert hat. Anfänglich sollte der Weihnachtsbaum, laut ndr.de, die Wintergeister vertreiben. Martin Luther erklärte den Weihnachtsbaum schließlich zum Weihnachtssymbol der Protestanten.
Der Weihnachtsbaum entwickelte sich aus dem „Paradiesbaum“, welcher in der Geschichte von Adam und Eva vorkommt. Eine der ersten schriftlichen Erwähnungen eines geschmückten Baumes datiert auf das Jahr 1419 in Freiburg. Dieser Brauch setzte sich im 19. Jahrhundert in ganz Europa und in die USA durch. Weihnachtsbäume werden heute oft als Sonderkulturen, insbesondere Nordmanntannen, angebaut und erfreuen sich einer großen Beliebtheit in der Weihnachtszeit.