
Ein wichtiger Schritt zur Aufarbeitung der Geschichte wurde im Rahmen der Kuchler Science Talks unternommen. Der Vortrag, der am 7. November in Kuchl stattfand, widmete sich dem Thema "Hallein unterm Hakenkreuz" und zog eine große Zahl an Zuhörern an, darunter auch Zeitzeugen, die die Ereignisse selbst erlebten. Der Historiker Wolfgang Wintersteller, der das Thema mit persönlichem Engagement behandelt, ließ die Zuhörer an seiner Forschung über die dunkle Zeit der NS-Diktatur teilhaben.
Wintersteller, dessen eigene Verwandte in die Verstrickungen des Regimes involviert waren, ist bestrebt, durch solche Veranstaltungen die Erinnerung aufrechtzuerhalten. Er erklärte, dass die Stolpersteine und die Vorträge Teil seiner Bemühungen seien, die Wahrheit zu beleuchten und Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen. In seinem Vortrag schilderte er die Gegebenheiten in Hallein, das durch seine Nähe zum Obersalzberg eine besondere historische Rolle spielte.
Einblick in die Vergangenheit
Der Vortrag, der in Zusammenarbeit mit dem Museum Kuchl organisiert wurde, bot einen umfassenden Rückblick auf die Ereignisse, die zur Machtergreifung der Nationalsozialisten in Österreich führten. Wintersteller spannte den Bogen vom Friedensvertrag von Saint Germain bis zur Befreiung durch die Alliierten 1945. Er wies darauf hin, wie Hallein in der Zeit des Nationalsozialismus geografisch bedingt in eine kritische Lage geriet.
Besonders eindringlich war sein Bericht über das SS-Ausbildungslager in Hallein, das als Außenlager des KZ Dachau diente. Der Historiker stellte dar, wie viele Menschen, die dem Regime nicht wohlgesonnen waren, in Hallein verfolgt und drangsaliert wurden. Unter den Opfern befand sich die Familie Kral, die ein bekanntes Kaufhaus führte, sowie Edmund Molnar, der 1944 wegen "Wehrkraftzersetzung" hingerichtet wurde. Wintersteller erzählte auch von den mutigen Widerständlern, die unter extremen Gefahren Menschen halfen, der nationalsozialistischen Verfolgung zu entkommen.
Die Präsentation war nicht nur informativ, sondern auch emotional. Wintersteller verstand es, die Ereignisse lebhaft zu schildern und nahm das Publikum in seine Erzählungen mit. Neben den tragischen Aspekten gab es auch kuriose Geschichten, die für einige Lacher sorgten und die Zuhörer auflockerten. Sein Vortrag wurde mit langanhaltendem Applaus gewürdigt, was die Wertschätzung des Publikums für seine aufschlussreiche Arbeit zeigt.
Eine tiefere Analyse zur Geschichte von Hallein und die Bedeutung des Vortrags bietet der Artikel von www.meinbezirk.at.
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