In Österreich gibt es im Jahr 2026 keine einheitliche Helmpflicht für Kinder im Wintersport, wie krone.at berichtet. Während sieben von neun Bundesländern eine Helmpflicht für Kinder bis 15 Jahre eingeführt haben, gibt es in Tirol und Vorarlberg keine entsprechenden Vorschriften. Die Wintersportsaison hat bereits begonnen und führt zu einer Zunahme von Unfällen auf Skipisten und Rodelbahnen. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit fordert daher eine bundesweit einheitliche Helmpflicht.
Eine aktuelle Umfrage befasst sich mit der Frage, ob eine generelle Helmpflicht für Ski- und Rodelunfälle notwendig ist. Im Gegensatz zu Österreich gelten in Italien bereits seit dem 1. November 2025 umfassende Regelungen: So müssen alle Skifahrer, nicht nur Jugendliche, einen CE-zertifizierten Helm tragen, auch beim Snowboarden und Rodeln ist das Tragen eines Helms Pflicht. Verstöße gegen diese Pflicht können mit Geldbußen zwischen 100 und 150 Euro geahndet werden.
Regelungen im Ausland
In Italien müssen Skifahrer darüber hinaus eine gültige Haftpflichtversicherung haben, die Schäden oder Verletzungen Dritter abdeckt. Diese Regelung besteht seit 2022, doch viele Wintersportler sind darüber nicht informiert. Wer ohne Versicherung auf die Piste geht, muss vor Ort eine Tages-Police abschließen und kann ebenfalls mit Bußgeldern rechnen.
Zusätzlich wird in Italien eine Promillegrenze von 0,5 für alkoholisierte Skifahrer eingeführt, wobei Bußgelder bei Überschreitung zwischen 250 und 1000 Euro liegen können. Das Skifahren mit einem Alkoholgehalt ab 0,8 Promille wird als Straftat gewertet. Im Gegensatz dazu gibt es in Österreich zwar keine einheitliche Promillegrenze, jedoch klare Konsequenzen für alkoholisierte Wintersportler, speziell in Bezug auf den Versicherungsschutz.
Unfallstatistik und Helmtragequote
Ein erhöhtes Risiko für Kopfverletzungen besteht insbesondere bei Schlittenfahrern, die im Vergleich zu anderen Wintersportlern anfälliger für Schädel-Hirn-Traumata sind. Laut einer Umfrage gaben 23% der Befragten an, alkoholisiert in den Bergen unterwegs gewesen zu sein, und 10% tun dies regelmäßig. In Österreich könnten schätzungsweise rund 200.000 alkoholisierte Wintersportler pro Jahr auf den Pisten sein.
Die Wichtigkeit des Tragens eines Helms wird von Experten betont, da Skihelme schwere Kopfverletzungen bei Stürzen verhindern können. In vielen Ländern, darunter Deutschland und die Schweiz, existiert zwar keine gesetzliche Helmpflicht, jedoch liegt die freiwillige Tragequote bei über 95%. In Frankreich etwa ist das Sicherheitsbewusstsein nach schweren Unfällen wie dem von Michael Schumacher gestiegen, auch wenn keine gesetzliche Helmpflicht besteht.
Auf internationaler Ebene zeigen die unterschiedlichen Regelungen zur Helmpflicht, dass das Thema Sicherheit auf Skipisten in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen hat. Während in vielen Ländern Helmtragequoten hoch sind, bleibt die gesetzliche Verpflichtung oft unklar. Unabhängig von den Vorschriften wird das Tragen eines Helmes beim Wintersport als Grundausrüstung empfohlen, um die eigene Sicherheit zu erhöhen.