Im Bezirk Hermagor wurde erneut ein Risikowolf erlegt, was die fortwährenden Herausforderungen im Wolfsmanagement in Kärnten unterstreicht. Laut Gailtal Journal erfolgte die Entnahme des Tieres gemäß den gesetzlichen Vorgaben. Die Meldung der Entnahme wurde bereits am Montag an die Landesregierung Kärnten übermittelt. Umgehend nahmen zuständige Sachverständige eine rasche Begutachtung und Beprobung des erlegten Tieres vor, bei der alle Kriterien der Kärntner Risikowolfsverordnung eingehalten wurden.

Besonders kritisch war der Ort des Abschusses, der in der Nähe eines bewohnten Gebäudes stattfand. Dies verstärkt den Risikostatus des Tieres, welches zuvor als Bedrohung für die lokale Bevölkerung und landwirtschaftliche Nutztiere eingestuft wurde. Jagdausübungsberechtigte im betroffenen Gebiet wurden sofort über den Vorfall informiert. Nach dem Abschuss erlosch die Entnahmefreigabe, und derzeit sind keine weiteren Maßnahmen vorgesehen.

Voraussetzungen für die Entnahme von Schadwölfen

Die Entnahme von Wölfen, die als „Schadwölfe“ eingestuft werden, muss verschiedenen Voraussetzungen genügen. Diese umfassen unter anderem eine gegenwärtige Gefährdung oder unmittelbare Bedrohung von Nutztieren, insbesondere in Almschutzgebieten oder auf Weiden, wo die Jagd ruht. Die Einschätzung obliegt dem Jagdausübungsberechtigten, und jedes Schadereignis muss prompt der Kärntner Landesregierung gemeldet werden. Zusätzlich muss im Falle eines Angriffs eine ordnungsgemäße Meldung und ein Informationsschreiben über die Entnahmemöglichkeit vorliegen, bevor eine Entnahme erfolgen kann, wie auf Kärntner Landwirtschaftskammer dargelegt.

Aktuelle Statistiken zur Wolfspopulation zeigen einen Anstieg in Europa, mit rund 21.500 Wölfen im Jahr 2023, was eine jährliche Zuwachsrate von bis zu 30 Prozent zur Folge hat. Diese Entwicklungen führen zu zunehmenden Konflikten zwischen der Wolfpopulation und landwirtschaftlichen Interessen, insbesondere in ländlichen Regionen. Allein im Jahr 2024 wurden 340 Weidetiere von Wölfen gerissen, wodurch die Notwendigkeit eines effektiven Wolfsmanagements immer drängender wird.

Managementmaßnahmen und Herausforderungen

Landwirtschafts- und Umweltminister Norbert Totschnig hat die Dringlichkeit eines funktionierenden Wolfsmanagements betont, während Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler eine überregionale Herangehensweise fordert. Laut der Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus ist eine europaweite wildökologische Raumplanung von großer Bedeutung. Zudem wird eine Anpassung der Gesetzeslagen auf internationalem und EU-Niveau für ein nachhaltiges Wolfsmanagement als notwendig erachtet.

Die Universität für Bodenkultur hat bereits Karten zu potenziellen Lebensräumen und Konfliktpotenzialen des Wolfs in Österreich erstellt, die als Datenbasis für zukünftige Monitoring- und Managementmaßnahmen dienen sollen. Die Forschung zu den Lebensräumen und Konflikten ist entscheidend, um die Herausforderungen des Wolfmanagements effektiv anzugehen. Weitere internationale Zusammenarbeit und Forschungsbedarfe wurden ebenfalls identifiziert, um die komplexen Fragestellungen rund um die Wolfpopulation und deren Management zu klären.