
Am Dienstag, dem 25. März 2025, kam es zu einem großangelegten Einsatz der Polizei im ORF-Zentrum im 13. Wiener Gemeindebezirk Hietzing. Gegen 5:00 Uhr erhielt die Polizei eine Anschlagsdrohung, die eine sofortige Reaktion erforderte. Ein Fahrer eines Klein-Lkw hatte die Zufahrt zum Broadcastzentrum blockiert und angegeben, dass sich im Laderaum des Fahrzeugs möglicherweise eine Bombe befinde. Der Fahrer wurde umgehend festgenommen, während der Sicherheitsbereich rund um das ORF-Zentrum großräumig gesperrt wurde. Der Einsatz fand in enger Zusammenarbeit mit dem Sicherheitsteam des ORF statt und konnte bis 8:30 Uhr aufrechterhalten werden.
Obwohl das Zentrum selbst nicht vollständig gesperrt wurde, mussten Teilbereiche des Gebäudekomplexes geräumt werden. Der Entschärfungsdienst des Innenministeriums war vor Ort im Einsatz, um die Situation zu klären und jegliche Gefahr auszuschließen.
Sicherheit bei Veranstaltungen und öffentliche Angst
Diese Ereignisse stehen im Kontext einer weit verbreiteten Angst vor terroristischen Anschlägen im Alltag, insbesondere bei Veranstaltungen und öffentlichen Transportmitteln. Eine Umfrage von Research Affairs aus dem Jahr 2017 hat ergeben, dass 88% der ÖsterreicherInnen Angst vor Terroranschlägen in Europa haben. Weitere 89% fühlen sich unsicherer als in den vergangenen Jahren. Trotz der statistisch geringen Wahrscheinlichkeit eines Anschlags auf Veranstaltungen in Österreich, ist das subjektive Sicherheitsempfinden der Bevölkerung stark ausgeprägt. So berichten 57% der Befragten, dass sie sich mehr Schutzmaßnahmen von der Regierung wünschen, um befürchteten Terroranschlägen vorzubeugen.
In den letzten 40 Jahren gab es in Österreich keinen terroristischen Anschlag im Zusammenhang mit Veranstaltungen. Im Vergleich zu 49.768 Verkehrstoten im selben Zeitraum, stellen die 20 durch Terrorismus verursachten Toten aus der Vergangenheit eine marginale Risikowahrnehmung dar. Dennoch steigt die Zahl der Aufforderungen zu Anschlägen in westeuropäischen Ländern, wodurch die Prämisse entsteht, dass die Angst der Bevölkerung oft unverhältnismäßig zur objektiven Gefahr steht.
Empfehlungen für Veranstalter
Die Sicherheitsplanung bei Veranstaltungen muss daher die Diskrepanz zwischen subjektiver Wahrnehmung und objektiver Gefahr berücksichtigen. Experten empfehlen Veranstaltern, Notfallpläne für den Fall terroristischer Anschläge einzubeziehen. Beispielhafte Vorfälle, wie die Massenpanik bei einem Public Viewing in Turin 2017 mit über 1.500 Verletzten, zeigen, wie wichtig angemessene Sicherheitsmaßnahmen sind, um im Notfall effektiv reagieren zu können.
Wie Vienna.at berichtet, bleibt die aktuelle Situation um das ORF-Zentrum beunruhigend, auch wenn am Ende keine Explosion oder Verletzungen gemeldet wurden. Das Ereignis verdeutlicht das anhaltende Spannungsfeld zwischen wahrgenommener und realer Bedrohung in der Gesellschaft.
Zusätzlich zeigt der Artikel von Eventfex, dass die Sorgen der Bürger oft unverhältnismäßig zur wirklichen Gefahr stehen, was die Notwendigkeit robust ausgearbeiteter Sicherheitskonzepte für öffentliche Events und Veranstaltungen unterstreicht. Trotz der statistischen Seltenheit solcher Anschläge ist die Sensibilität für das Thema nach wie vor hoch.
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