ArbeitÖsterreich

Prozess gegen Ex-IS-Anhängerin: Gefährliche Rückkehr nach Wien!

Am Wiener Landesgericht steht am 9. April 2025 die 26-jährige Evelyn T. vor Gericht. Die Ex-IS-Anhängerin wird wegen ihrer Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung sowie der Unterstützung einer kriminellen Organisation angeklagt. Der Prozess ist auf drei Stunden angesetzt. Ihre Verteidigerin, Anna Mair, hat bereits angekündigt, dass Evelyn T. sich schuldig bekennen wird, was ihr eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren einbringen könnte.

Evelyn T. wurde am 1. März 2025 zusammen mit ihrem siebenjährigen Sohn aus einem Gefangenenlager in Syrien zurückgeholt. Der Aufenthalt im Lager Al Roj war für sie eine lange und traumatische Erfahrung. Dort war sie seit ihrer Gefangennahme im November 2017 interniert, nachdem sie sich zusammen mit ihrem Mann, Qais Z., den kurdischen Kräften der Freien Syrischen Armee ergeben hatte. Qais Z. war unter dem Kampfnamen Abu Luqman al-Afghani bekannt und hatte zuvor in Mosul, Irak, eine militärische Ausbildung absolviert. Während ihrer Zeit im IS unterstützte Evelyn T. ihren Mann und kümmerte sich um den Haushalt; ihr Sohn wurde im Mai 2017 geboren.

Elternschaft und Herausforderungen

Nach der Rückkehr nach Österreich hat Evelyn T. keinen Kontakt mehr zu ihrem Mann, der nach seiner Festnahme im Irak zum Tode verurteilt wurde. Ihr Sohn lebt seit dem 1. März 2025 in einer Einrichtung der Wiener Kinder- und Jugendhilfe (MA 11). Die Trennung von ihrem Kind stellt eine erhebliche Herausforderung für Evelyn T. dar, die sich nun auch mit den gesellschaftlichen Stigmatisierungen und der rechtlichen Situation auseinandersetzen muss.

Kurze Werbeeinblendung

Die Rückkehr von Frauen, die sich dem IS angeschlossen haben, ist zu einem wichtigen Thema in der Tertiärprävention gegen islamistischen Extremismus geworden. Studien belegen, dass es sich hierbei häufig um Frauen handelt, die oft ohne ihre Ehemänner zurückkehren müssen. Die Arbeit mit diesen Rückkehrerinnen, besonders wenn sie Kinder haben, erfordert ein sensibles und individuelles Vorgehen. Experten empfehlen einen genderspezifischen Ansatz in der Präventionsarbeit, um den besonderen Umständen dieser Frauen gerecht zu werden.

Prävention und Reintegration

Die Arbeitsgemeinschaft zur Extremismusprävention hat festgestellt, dass 15-20% der Westeuropäer, die sich dem IS anschlossen, Frauen waren. Zudem wurden zwischen 1.400 und 1.650 Minderjährige mitgenommen oder in den besetzten Gebieten geboren. Die Herausforderungen bei der Reintegration dieser Rückkehrerinnen, insbesondere im Hinblick auf die psychologische Unterstützung für sie und ihre Kinder, sind erheblich. Deshalb wird eine umfassende Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren, wie Jugendämtern und Strafverfolgungsbehörden, als entscheidend angesehen.

Für Evelyn T. zeichnet sich möglicherweise ein Weg zur Resozialisierung ab. Ihre Verteidigerin betont, dass bereits Beratungen bei der Stelle für Extremismusprävention (bOJA) begonnen haben und dass ein Bewährungshilfeverein, Neustart, für ihre mögliche Rückkehr ins gesellschaftliche Leben bereitsteht. Es bleibt abzuwarten, wie der Prozess ausgehen wird und welche Schritte in der anschließenden Reintegration folgen.

Ort des Geschehens


Details zur Meldung
Was ist passiert?
Terrorismus
In welchen Regionen?
Wien
Genauer Ort bekannt?
Vienna, Österreich
Festnahmen
1
Beste Referenz
vienna.at
Weitere Quellen
wien.orf.at

Ähnliche Artikel

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"