Die Kollektivvertragsverhandlungen in der IT-Branche stagnieren, und zahlreiche Beschäftige zeigen sich zunehmend unzufrieden. Am 16. Jänner 2026 wird deutlich, dass die fünfte Verhandlungsrunde am 23. Jänner unter einem ungünstigen Vorzeichen steht. Bereits in vier Verhandlungsrunden haben die Arbeitgeber ein Angebot zur Erhöhung der Mindestgehälter um 1,9 Prozent unterbreitet, jedoch keinerlei Erhöhung der IST-Gehälter in Aussicht gestellt. Dies veranlasst die Gewerkschaft GPA zu einem klaren Protestaufruf.

Die Gewerkschaft GPA, vertreten durch Verhandlungsleiterin Sandra Steiner, kritisiert die Haltung der Arbeitgeber als destruktiv. In Betriebsversammlungen haben die Beschäftigten ihre Unzufriedenheit über die ausstehenden IST-Gehaltssummenerhöhungen zum Ausdruck gebracht und fordern ein verbessertes Angebot für sämtliche Gehälter.

Protestaktion vor der Wirtschaftskammer

Um Druck auf die Arbeitgeber auszuüben, ruft die GPA zu einer Protestaktion auf, die am 22. Jänner ab 13 Uhr vor der Wirtschaftskammer in Wien, Wiedner Hauptstraße 63, stattfinden soll. Die IT-Branche, die mehr als 90.000 Beschäftigte umfasst, wird nach Angaben der GPA von der Weigerung der Arbeitgeber, ein ernsthaftes Angebot vorzulegen, stark betroffen.

Bereits am 8. Jänner berieten Betriebsrät:innen über die laufenden Verhandlungen, wobei die Arbeitgeber eine Erhöhung der IST-Gehaltssumme pauschal ausschlossen. Dies wird von den Beschäftigten als inakzeptabel angesehen, weshalb ein Umdenken gefordert wird.

Auswirkungen der bisherigen Kollektivverträge

Die Kollektivvertragsverhandlungen sind nicht nur für die aktuellen Anstellungen von Bedeutung. Der letzte Kollektivvertrag, der am 1. Jänner 2025 in Kraft trat, sah eine Erhöhung der monatlichen Mindestgrundgehälter und Zulagen um 3,20 % vor. Die neuen Gehaltstabellen beinhalten spezifische Beträge für verschiedene Einstiegsstufen, die maßgeblich für die Entlohnung der Beschäftigten sind.

Die Arbeitgeber haben jeweils einen Anstieg der Gehaltssumme jedoch nur für die Mindestgehälter vorgesehen, während die IST-Gehälter nicht berücksichtigt werden. Dies befeuert die Unzufriedenheit innerhalb der Branche.

Der Druck auf die Arbeitgeber wächst vor der entscheidenden fünften Verhandlungsrunde, und die Beschäftigten hoffen auf ein ernsthaftes Angebot. Die Protestaktion soll helfen, einen Kurswechsel zu bewirken und letztlich eine Verbesserung der Gehaltssituationen herbeizuführen.

Die Situation bleibt also angespannt, und alle Augen richten sich auf die Verhandlungsergebnisse am 23. Jänner.

Für weitere Details und aktuelle Informationen über die Kollektivvertragsverhandlungen besuchen Sie bitte die Seiten von 5min, GPA und WKO.