Am 6. Februar 2026 feierte das Stadttheater Klagenfurt die Premiere von Christoph Willibald Glucks Oper „Orfeo ed Euridice“. Unter der Regie von Carolin Pienkos und Cornelius Obonya entfaltete sich eine eindrucksvolle Inszenierung, musikalisch geleitet von Michael Hofstetter. Die Hauptrollen wurden von Tobias Hechler als Orfeo, Keri Fuge als Euridice und Luisa Mordel als Amor übernommen. Das Bühnenbild stammt von Devin McDonough, während Laura Madgé Hörmann für die fantasievolle Kostümierung verantwortlich war. Die Choreographie lag in den Händen von Riccardo De Nigris, der auch Chor und ein siebenköpfiges Tanzensemble in die Handlung integrierte.
Glucks Werk, bekannt für seine innovative Form der „Azione teatrale“, erzählt die tragische Geschichte des thrakischen Sängers Orpheus, der versucht, seine verstorbene Frau Eurydike aus der Unterwelt zurückzuholen. Die Handlung spielt am Averner See und basiert auf der literarischen Vorlage von Ovids Metamorphosen. In dieser Inszenierung wird das griechische Drama in einer italienischen Fassung dargeboten, ergänzt durch deutsche Übertitel, was den Zugang zur emotionalen Tiefe der Oper erleichtert. Die Aufführung endet mit einem langen, feierlichen Schlussballett und lässt das Publikum in einem bewegenden Finale zurück.
Die Handlung und die Inszenierung
Ein zentraler Konflikt in der Oper ist das Verbot, Eurydike während des Aufstiegs aus der Unterwelt anzusehen. Dies führt zu tragischen Wendungen, als Eurydike erneut stirbt, und Orpheus beschließt, seinem Leben ein Ende zu setzen. Gott Amor, in dieser Inszenierung spielerisch und anmutig präsentiert, erweckt Eurydike schließlich zum Leben. Die düsteren Massenszenen und die fantasievollen Kostüme im Schlussbild verstärken die emotionale Wirkung und verdeutlichen die intensive Beziehung zwischen Orpheus und Eurydike.
Die Premiere fand großen Anklang, das Premierenpublikum feierte die Inszenierung minutenlang. Weitere Aufführungen sind für den 7., 11., 13., 17., 21. und 27. Februar sowie den 4., 12., 14., 22. und 28. März terminiert, jeweils um 19:30 Uhr.
Christoph Willibald Glucks Einfluss auf die Oper
Christoph Willibald Gluck spielte mit „Orfeo ed Euridice“ eine grundlegende Rolle in der Opernreform des 18. Jahrhunderts. Bei der Uraufführung am 5. Oktober 1762 im Wiener Burgtheater war Gluck bereits 48 Jahre alt und hatte bereits 30 Opern komponiert. Sein Ziel war es, von der starren Struktur der „Nummernoper“ abzurücken und ein durchkomponiertes Drama zu schaffen, in dem die Musik die Dramaturgie der Handlung unterstützte. Gluck glaubte fest daran, dass „die wahre Aufgabe der Musik ist, der Dichtung zu dienen“, und dieser Reformgedanke hat Generationen von Komponisten wie Beethoven, Berlioz, Verdi und Wagner inspiriert.
Die Oper wurde durch die Überarbeitung für die französische Fassung 1774 zum Publikumsliebling und erlebte bis zu 47 Aufführungen im selben Jahr. Glucks Perspektive wurde besonders einflussreich, als er von Marie Antoinette eingeladen wurde und seine Reformideen in Paris zur Aufführung brachte. Werke wie „Iphigénie en Aulide“ und „Armide“ zeigen die Spaltung des Publikums, was Glucks unermüdliche Innovationskraft sowie seinen bleibenden Einfluss auf die Operntradition verdeutlicht.