
Im März 2025 verzeichnet die Arbeiterkammer (AK) Wien einen signifikanten Anstieg der Preise für günstige Lebens- und Reinigungsprodukte. Laut dem aktuellen Preismonitor ist der Einkaufswert eines Korbes mit 40 Lebensmittel- und Reinigungsartikeln auf nahezu 81 Euro gestiegen, verglichen mit 73,27 Euro im März 2024. Dies entspricht einer durchschnittlichen Teuerung von 10 Prozent im Jahresvergleich. Besonders auffällig sind die extremen Preissteigerungen bei einigen spezifischen Produkten.
Beispielsweise hat sich der Preis für Bohnenkaffee um 72 Prozent erhöht, während Orangensaft mit 45 Prozent und Vollmilchschokolade mit 33 Prozent signifikant teurer geworden sind. Auch Teebutter und Tafeläpfel haben im Preis drastisch zugelegt, um 36 und 19 Prozent. Auf der anderen Seite sind jedoch 12 von 40 Produkten, darunter Kartoffeln, billiger geworden, was eine gewisse Preistransparenz innerhalb der Produktpalette zeigt.
Die Rolle der Politik
<pDie aktuellen Entwicklungen werfen ein Schlaglicht auf die politische Situation rund um die Preissteigerungen. Minister Kocher plant offenbar nicht, die angestrebte Preisvergleichsplattform für Lebensmittel umzusetzen. Kritik kommt von der AK, die ein umfassendes Konzept zur Bekämpfung der hohen Inflation fordert. AK-Vorsitzender Schweitzer stellt in Frage, ob eine frühere Umsetzung der Vorschläge in Bezug auf Transparenz und Preiskontrolle die bedeutenden Preissteigerungen hätte verhindern können.
Um die Verbraucher besser zu schützen, fordert die AK die Schaffung einer Preistransparenzdatenbank und einer unabhängigen Anti-Teuerungskommission, die regelmäßige Auswertungen und Kontrollen der Preisdaten durchführen soll. Zudem sollte ein Preisgesetz als schnelles Eingriffsinstrument bei extremen Preiserhöhungen dienen. Der Minister müsste demnach prüfen können, ob Preiserhöhungen für lebensnotwendige Güter gerechtfertigt sind, und gegebenenfalls eingreifen.
Marktanalyse und Preistransparenz
Um über die Preistransparenz aufzuklären, hat Agrarmarkt Austria neue Daten veröffentlicht, die einen Einblick in die Einkaufspreise des Lebensmitteleinzelhandels (LEH) geben. Dieser monatlich herausgegebene Bericht stellt eine Verbindung zwischen Erzeuger- und Verbraucherseite her und bietet Anhaltspunkte über die Preisveränderungen. Betriebe mit mehr als 100 Filialen in Österreich sind verpflichtet, ihre Einkaufspreise für bestimmte Produkte an Agrarmarkt Austria zu melden, was die Transparenz im Markt erhöhen soll.
Die Bundeswettbewerbsbehörde hat den sogenannten „Österreich-Aufschlag“ bei Markenprodukten bestätigt, was zusätzliche Diskussionen über die Wettbewerbsbedingungen und die Preistransparenz auslöst. Die AK ist bereits im Austausch mit der EU-Kommission, um diese Thematik auf europäischer Ebene zu behandeln.
Angesichts der steigenden Preise, die besonders Menschen mit geringem Einkommen belasten, äußert die AK-Konsument:innenschützerin Gabriele Zgubic Besorgnis. Bei den anhaltend hohen Lebenshaltungskosten wird die Notwendigkeit einer effektiven Kostenkontrolle immer dringlicher.
Für detaillierte Informationen zu den Preistrends und den aktuellen Entwicklungen verweisen wir auf den Preismonitor der AK, die Analyse der Teuerung und die Marktinformationsberichte von Agrarmarkt Austria.
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