Die Diskussion um die Preistransparenz im Lebensmittelhandel in Österreich gewinnt zunehmend an Fahrt. Die SPÖ hat kürzlich die Einführung einer Preis-Plattform gefordert, um die Transparenz bei Lebensmittelpreisen zu erhöhen. Ziel dieser Initiative ist es, dass Supermärkte künftig ihre Preise täglich an die Bundeswettbewerbsbehörde melden müssen. Dies wurde in einem Artikel von 5min.at am 11. Jänner 2026 genauer beleuchtet.

In diesem Zusammenhang plant die österreichische Bundesregierung zudem die Schaffung einer zentralen Preistransparenz-Datenbank, die im Jahr 2026 betriebsbereit sein soll. Statistik Austria bezeichnet das ambitionierte Ziel jedoch als herausfordernd, da bislang keine ausreichenden Daten vorhanden sind. SPÖ-Politiker Klaus Seltenheim und Ulrike Königsberger-Ludwig haben einen Vorschlag zur Einführung einer Übergangslösung unterbreitet.

Herausforderungen bei der Preistransparenz

Die Preisvergleichsplattform, die sich aus diesen Bemühungen ergeben soll, soll den Verbrauchern helfen, Preisunterschiede zwischen den verschiedenen Supermärkten zu erkennen. Die aktuelle Praxis der Preiskontrollen im Handel erfolgt häufig nur wöchentlich, was die Transparenz weiter einschränkt. Besonders auffällig sind die Preisunterschiede, die die Arbeiterkammer Wien dokumentiert hat: So sind Crunchips beispielsweise um 80%, Cremissimo-Eis um 107% und Maggi-Fix-Beutel um 76% teurer geworden.

Ein weiteres Problem zeigt sich beim „Österreich-Aufschlag“, der besagt, dass Markenprodukte in Österreich merklich teurer sind als in Deutschland. Private Initiativen wie Preisrunter.at und Supermarkt.at bieten bereits Lösungen an, um Preisunterschiede zu vergleichen. Während Preisrunter.at über 350.000 Produkte analysiert und vor Shrinkflation warnt, listet Supermarkt.at sowohl Aktionspreise als auch reguläre Preise der großen Ketten.

Preise der Eigenmarken im Fokus

Insbesondere die Preise der Eigenmarken von großen Handelsketten sind Gegenstand der Analyse des foodwatch Preisradar, der seit Mai 2024 die Preisentwicklung von Nahrungsmitteln beobachtet. Hierbei werden Produkte wie Reis, Nudeln, Milchprodukte, Getränke und Snacks berücksichtigt. Es wird festgestellt, dass die Preise für die günstigsten Eigenmarken der Handelsketten Rewe (Ja!), Edeka (gut & günstig) und Aldi Nord die stärksten Anstiege verzeichnet haben, was auf ein besorgniserregendes Synchronverhalten hinweist.

Laut dem Preisradar erreichen viele Produkte innerhalb weniger Tage ähnliche Preisniveaus in den verschiedenen Märkten. Dies verdeutlicht die Notwendigkeit für Verbraucher:innen, Preisentwicklungen über die Zeit hinweg nachvollziehen zu können. Der Preisradar hat sich das Ziel gesetzt, Transparenz hinsichtlich Preissteigerungen und -angleichungen in den Supermärkten zu schaffen.

Diese Entwicklungen zeigen deutlich, wie wichtig es ist, dass die Politik und die Aufsichtsbehörden intensivere Maßnahmen zur Preisüberwachung ergreifen, um den Verbrauchern eine bessere Orientierung im zunehmend unübersichtlichen Preisdschungel zu ermöglichen. Derzeit sind die Meldesysteme und die Preisüberwachung nicht ausreichend, um signifikante Preisunterschiede zu erfassen und zu mindern.