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Pandemie-Fehler: Epidemiologe kritisiert Österreichs Corona-Politik scharf!

Der Epidemiologe Gerald Gartlehner zieht eine ernüchternde Bilanz über den Umgang mit der Corona-Pandemie in Österreich. In einem aufschlussreichen Interview mit der Kleinen Zeitung kritisierte er, dass die Politik oft nur an ihren eigenen Zielen interessiert war. „Wenn unsere Aussagen ins politische Schema passten, wurden sie angenommen. Ansonsten wurden sie schlicht ignoriert“, stellte Gartlehner fest. Besonders die Massentests vor Weihnachten 2020 betrachtete er als völlig sinnlos, da von Anfang an klar war, dass sie epidemiologisch nicht sinnvoll waren. Der Experte plädiert dafür, dass in Zukunft evidenzbasierte Entscheidungen getroffen werden sollten, um falsche Ausgaben in Millionenhöhe zu vermeiden, wie es auch in der ZIB2 angesprochen wurde, wo er über die Ineffizienz der Massentests und die fehlende Strategie bei den Gratis-Tests sprach.

Ein zentraler Punkt in Gartlehners Analyse war die Schließung der Schulen. Er bezeichnete die Entscheidung als einen der größten Fehler während der Pandemie und führte aus, dass Kinder und Jugendliche die größten Verlierer geworden seien. Würde man die Erfahrungen jetzt auswerten, könnte man die gravierenden Auswirkungen auf die psychische Gesundheit der Kinder und Jugendlichen besser verstehen. Als Mitglied der Ampel-Kommission hat er auch die umstrittene Impfpflicht ursprünglich unterstützt, nennt sie jedoch später einen Fehler, da mit der Omikron-Variante kein Bedarf mehr dafür bestand. „Eigentlich hätte man im Jänner schon sagen können: Die Impfpflicht war eine schlechte Idee, wir nehmen das zurück“, sagte Gartlehner.

Kritik an der Vorbereitung und Maßnahmen

Die Kritik am Versagen der Regierung zieht sich durch sein gesamtes Resümee: „Österreich war auf eine Pandemie sehr schlecht vorbereitet“. Das Epidemiegesetz stamme aus der Zeit der Monarchie, und selbst die danach verfassten Pläne seien nicht adäquat auf die Herausforderungen einer Pandemie abgestimmt gewesen. Gartlehner blickt auf eine Zeit voller verpasster Chancen und Fehlentscheidungen zurück. Ein Beispiel dafür sind die Lockdowns, die seiner Ansicht nach teilweise vermeidbar gewesen wären, insbesondere der letzte während der Delta-Welle, den man sich hätte sparen können, wenn die Impfquote höher gewesen wäre.

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Um aus diesen Erfahrungen zu lernen, fordert Gartlehner eine umfassende wissenschaftliche Aufarbeitung der Pandemie. „Wichtig ist, dass wir etwas lernen. Eine Evaluierung der letzten drei Jahre hat nie stattgefunden, und ich kenne auch keine Pläne“, resümierte er in seinem Gespräch. Diese Aufarbeitung sollte aus seiner Sicht unter der Leitung unabhängiger Forscher erfolgen, um mögliche Interessenskonflikte zu vermeiden, wie auch heute.at berichtet. Das Ziel, die politischen und wissenschaftlichen Entscheidungen zu hinterfragen und daraus zu lernen, wird als entscheidend für die Zukunft angesehen.

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oe24.at
Weitere Quellen
heute.at

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