Um die Situation in der Ukraine während des harten Winters zu verbessern, hat die österreichische Ministerin für europäische und internationale Angelegenheiten, Edtstadler Meinl-Reisinger, kürzlich die Freigabe von 3 Millionen Euro aus dem Auslandskatastrophenfonds (AKF) angeordnet. Diese Entscheidung wurde jedoch von der FPÖ kritisiert. Der AKF, der insgesamt mit 35 Millionen Euro dotiert ist, unterstützt unter anderem die Bereitstellung beheizter Wärmezelte in Kiew, die vom Roten Kreuz organisiert werden.

In diesen Zeltunterkünften erhalten die Menschen nicht nur Tee und Mahlzeiten, sondern haben auch die Möglichkeit, ihre Handys aufzuladen. Laut Meinl-Reisinger sei diese Hilfe nicht nur eine humanitäre Verpflichtung, sondern auch im Interesse Österreichs, um potenziellen Fluchtbewegungen entgegenzuwirken. Sie warnte, dass die Versorgung ukrainischer Flüchtlinge teurer wird, insbesondere sollte Russland den Krieg gewinnen.

Unterstützung für die Energieinfrastruktur

In einer Pressekonferenz sprach Meinl-Reisinger mit dem ukrainischen Amtskollegen Andrij Sybiha über die Wichtigkeit der Winterhilfe und den Wiederaufbau der Energieinfrastruktur. Sybiha würdigte die österreichische Unterstützung und betonte, dass Neutralität nicht mit Gleichgültigkeit gleichzusetzen sei. Der Wiederaufbau wird nicht nur aus humanitärer Sicht betrachtet, sondern auch als internationaler Wettlauf verstanden.

Wolfgang Anzengruber, Regierungskoordinator für den Ukraine-Wiederaufbau, plant in den kommenden zwei Wochen eine Reise in die Ukraine mit Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer und einer Wirtschaftsdelegation. Anzengruber betonte, dass der Wiederaufbau nicht auf Frieden warten könne, da die Welt bereit sei, aktiv zu werden. Am 24. Februar wird die Weltbank eine Schätzung zum benötigten Wiederaufbau der Ukraine veröffentlichen, die möglicherweise nahe an 600 Milliarden Euro liegen könnte.

Winterhilfe und Unterstützung aus Deutschland

Zusätzlich stellte das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Gelder aus Deutschland bereit, um die Winterhilfe in der Ukraine zu unterstützen. Dies umfasst unter anderem die Bereitstellung von 50 Millionen Euro für die Beschaffung von Materialien wie Transformatoren, Blockheizkraftwerken und Batteriespeichern, die für die Strom- und Wärmeversorgung dringend benötigt werden. Die GIZ unterstützt seit Kriegsbeginn den Wiederaufbau der Stromversorgung und hat bereits mehr als 7,7 Millionen Menschen erreicht.

Die im Rahmen dieser Hilfe beschafften Materialien kommen Einrichtungen wie Krankenhäusern, Schulen und Kindergärten zugute, was insbesondere für die Aufrechterhaltung der Bildung und medizinischen Versorgung in diesen schwierigen Zeiten von Bedeutung ist. UNICEF erhält zudem 20 Millionen Euro über die KfW, um Wärme und Strom für eine Vielzahl von Schulen und Kindergärten bereitzustellen, was über 400.000 Kindern ermöglichen soll, trotz Stromausfällen zur Schule zu gehen.

Wirtschaftliche Perspektiven

Die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Österreich und der Ukraine zeigt sich auch in den steigenden Exporten. Österreich verzeichnete ein Plus von 16 Prozent bei den Exporten in die Ukraine, was das Vorkriegsniveau wieder erreicht. Dennoch sind die Exporte aus der Ukraine gesunken, was auf die Frontlinie im Osten und Angriffe auf Schwarzmeerhäfen zurückzuführen ist. Der Handelsdelegierte David Bachmann wies auf ein US-ukrainisches Rohstoffabkommen hin, das den Wettbewerb um Investitionen anfeuert.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die internationale Gemeinschaft, insbesondere Österreich und Deutschland, entscheidende Schritte unternehmen, um die Ukraine in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen. Angesichts der fortdauernden Angriffe auf die Energieinfrastruktur ist es unerlässlich, die Hilfe weiter auszubauen und neue Wege für den Wiederaufbau zu finden, um den Menschen in der Ukraine Stabilität zu bieten.

Für weitere Informationen zu den Unterstützungsmaßnahmen besuchen Sie die Seiten von Kleine Zeitung, GIZ und BMZ.