
Österreichs Tennis liegt nach dem Rücktritt von Dominic Thiem vor einem großen Umbruch. Ein Jahr nach seinem Abgang aus der professionellen Szene sind derzeit keine heimischen Spieler in den Top 100 der ATP-Rangliste zu finden. Diese Situation hat weitreichende Auswirkungen auf die Nachwuchsarbeit, da vielen jungen Talenten die Vorbilder fehlen, die sie inspirieren könnten. Laut Laola1 ist dies ein ernsthaftes Problem, das die Entwicklung junger Athleten beeinträchtigt.
ÖTV-Sportdirektor Jürgen Melzer erkennt die Herausforderungen, vor denen der österreichische Tennisverband steht. Er ist sich bewusst, dass keine schnelle Besserung zu erwarten ist. Zudem feierte Sebastian Ofner kürzlich sein Comeback auf der Challenger-Tour, nachdem er eine Verletzungspause hinter sich hatte. Spieler wie Lukas Neumayer, Jurij Rodionov und Filip Misolic kämpfen darum, sich in den Top 200 der Weltrangliste zu etablieren.
Nachwuchsproblematik
Die Mängel im österreichischen Tennissystem sind laut Melzer auch auf den fehlenden Sport in Schulen zurückzuführen, was über das Tennis hinausgeht. Er fordert eine stärkere Förderung des Sports sowie eine polysportive Ausbildung in Schulen. Dies könnte helfen, ein gutes Umfeld für talentierte junge Spieler zu schaffen. Der Vize-Kanzler Andreas Babler und Staatssekretärin Michaela Schmidt sind für sportliche Belange zuständig, jedoch nur als Teil ihres umfassenderen Aufgabenbereichs. Melzer macht sich Sorgen um die Priorität, die Sport in der politischen Agenda hat.
Im weiblichen Tennis ist Sinja Kraus als beste Spielerin auf Rang 163 eingestuft, während Julia Grabher nach einer Verletzung um ihren Anschluss kämpft. Die 17-jährige Lilli Tagger konnte bereits ihren ersten ITF-Titel gewinnen und trainiert nun in Mailand. Junge Spielerinnen wie die 19-jährige Tamara Kostic sind auf internationale Vorbilder angewiesen, da es an aktuellen österreichischen Spielerinnen mangelt, die als Inspiration dienen könnten.
Dominic Thiem und die Zukunft
Dominic Thiem hat vor weniger als drei Monaten seine professionelle Karriere beendet, bleibt jedoch dem Tennis verbunden. Er engagiert sich durch seine Akademie in der Nachwuchsarbeit und verfolgt das aktuelle Geschehen auf der Profi-Tour. Tennis.de berichtet, dass Thiem die letzten Wochen als angenehm und besinnlich empfand und die Weihnachtszeit in Österreich verbrachte. Sein Karriereabschluss wurde in Wien gemeinsam mit vielen Legenden des Sports gefeiert.
Zusammengefasst zeigt sich, dass Österreichs Tennis vor großen Herausforderungen steht. Die Struktur und Förderung im Nachwuchsbereich bedürfen einer dringenden Überarbeitung, um zukünftige Erfolge zu sichern. Die Jüngeren benötigen mehr Unterstützung und motivierende Vorbilder, um ihr volles Potenzial ausschöpfen zu können.
Für weitere Informationen zu den Hintergründen und zum aktuellen Stand empfehle ich den Bericht auf SSOAR.
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