Im Jahr 2025 erlebte der österreichische Markt für Fusionen und Übernahmen (Mergers & Acquisitions, M&A) einen bemerkenswerten Wandel. Während die Anzahl der Transaktionen mit österreichischer Beteiligung um 9,8 Prozent auf 221 zurückging, stieg das Transaktionsvolumen auf 19,6 Milliarden Euro, was den höchsten Wert seit 18 Jahren darstellt. Dies berichtet die Plattform Vienna, die die Vorreiterrolle von strategischen Käufern in diesem Jahr betont, die mit 201 Transaktionen etwa 90 Prozent aller Deals ausmachten.
Ein wesentlicher Grund für das gestiegene Volumen waren drei bedeutende Deals, die zusammen beeindruckende 90 Prozent des gesamten Jahresvolumens ausmachten. Diese drei Mega-Deals umfassten die Übernahme von Nova Chemicals durch Borealis und Borouge in Kanada für 8,9 Milliarden Euro, den Erwerb von 49 Prozent der Santander Bank Polen durch die Erste Group für 7,0 Milliarden Euro sowie die Übernahme der Nürnberger Beteiligungs-AG durch die Vienna Insurance Group für 1,4 Milliarden Euro.
Marktentwicklung und Herausforderungen
Die Entwicklung des M&A-Marktes in der DACH-Region war im Jahr 2025 von verschiedenen Herausforderungen geprägt, darunter hohe Zinsen, vorsichtige Kreditvergabe und geopolitische Unsicherheiten, die Käufer zu einem zurückhaltenderen Agieren veranlassten. Laut einer Analyse der Sehner Unternehmensberatung fand in ihrem Transaktionsdatenbank nicht weniger als 2.807 Transaktionen statt, von denen 58,3 Prozent durch strategische Käufer und 41,7 Prozent durch Private Equity Investoren durchgeführt wurden.
Für das kommende Jahr erwartet EY jedoch eine herausfordernde Lage, hervorgerufen durch geopolitische Spannungen und hohe Finanzierungskosten. Strategische Transaktionen gelten als zentrales Instrument, auch wenn die Anzahl der Deals im Abwärtstrend bleibt. Die erwarteten Herausforderungen könnten die Dynamik im M&A-Markt weiter beeinflussen, wie berichtet von EY.
Im ersten Halbjahr 2025 lag das globale M&A-Volumen bei beeindruckenden 2,1 Billionen US-Dollar, was einem Anstieg von 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Europa verzeichnete über 14.000 Deals, was sie zur Region mit der höchsten Transaktionsanzahl machte. In Österreich wurden 118 M&A-Deals registriert, 109 davon waren strategische Investitionen, was einen Rückgang um vier Transaktionen im Vergleich zum Vorjahr darstellt, erläutert der EY-MA-Index.
Branchen und Ausblick
In Bezug auf die Branchen, die von M&A-Transaktionen profitierten, dominierte die klassische Industrie mit 66 Transaktionen, während die Sektoren Life Sciences & Chemicals mit einem Volumen von 8,9 Milliarden Euro sowie Financial Services mit 8,4 Milliarden Euro führend waren. Besonders bemerkenswert war, dass 90 Prozent der Käufe durch österreichische Käufer Outbound-Transaktionen waren.
Für 2026 wird ein zunehmend schwieriges Marktumfeld prognostiziert. Hohe Finanzierungskosten und geopolitische Risiken könnten die Investitionsbereitschaft weiter belasten. Experten hoffen jedoch auf positive Impulse, insbesondere durch mögliche Zinssenkungen und das hohe Kapitalinteresse im Private-Equity-Sektor.
Die drei größten Transaktionen des Jahres, aus dem Bericht von Vienna, unterstreichen die dynamische Natur des Marktes trotz der Herausforderungen:
| Deal | Wert (in Milliarden Euro) |
|---|---|
| Nova Chemicals durch Borealis und Borouge | 8,9 |
| Erwerb von 49 Prozent der Santander Bank Polen durch die Erste Group | 7,0 |
| Übernahme der Nürnberger Beteiligungs-AG durch die Vienna Insurance Group | 1,4 |
Damit zeichnet sich ein komplexes Bild für die Zukunft des M&A-Marktes in Österreich ab, das sowohl Herausforderungen als auch Chancen birgt.