Am Freitag präsentierte die Bundesregierung die neue Industriestrategie, die sowohl von Wirtschaftsvertretern als auch Gewerkschaften überwiegend positiv aufgenommen wurde. Der Präsident der Industriellenvereinigung, Georg Knill, betonte, dass jedoch ein „fehlender budgetärer Spielraum“ die Umsetzung der Maßnahmen behindere. Dies berichtet oe24.
In der Strategie wird das Ziel verfolgt, den Anteil der industriellen Wertschöpfung in Österreich bis 2035 auf über 20 Prozent zu steigern. Im Zuge dessen wolle Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer ein umfassendes Investitionspaket in Milliardenhöhe ankündigen. Wifo-Ökonom, der die Strategie lobt, sowie Unternehmen wie Österreichs Energie sehen den Vorstoß als wichtiges Signal für einen wettbewerbsfähigen Industriestandort und die Notwendigkeit, mehrere Technologien parallel zu entwickeln, um in der gegenwärtigen Herausforderung erfolgreich zu bestehen.
Reaktionen und Kritik
Trotz der positiven Resonanz seitens der Wirtschaft üben Oppositionsparteien und NGOs wie Attac heftige Kritik. Besonders angeprangert werden die geplanten Lockerungen für Militärexporte und die Kritik an Investitionen in den Rüstungssektor. Knill nahm dabei Stellung und begründete die Notwendigkeit dieser Investitionen mit den erstklassigen Technologien, die in Österreich vorhanden seien.
Im Vergleich dazu zeigt die neue Industriestrategie Deutschlands, die im Oktober 2023 veröffentlicht wurde, einen klaren Fokus auf Innovation und nachhaltige Produktionsmethoden. Innerhalb der EU bleibt Deutschland ein starkes Industrieland mit einer langen Erfolgsgeschichte. Die Industrie dort erbringt 20,4 Prozent der Bruttowertschöpfung. Besonders hervorzuheben sind die kleinen und mittleren Unternehmen (KMUs), die 90 Prozent der Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe ausmachen bundeswirtschaftsministerium.de.
Strukturmerkmale und Herausforderungen
Die deutsche Industrie ist durch hohe internationale Wertschöpfungsverflechtungen und eine starke Innovationskraft charakterisiert. Jedoch sieht sich der Sektor mit Herausforderungen wie steigenden Energiepreisen, geopolitischen Risiken sowie der Notwendigkeit zur Transformation hin zur Klimaneutralität konfrontiert. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, wurden Maßnahmen wie das Senken der Stromsteuer auf den EU-Mindestsatz und Investitionen in erneuerbare Energien eingeführt wirtschaft-und-industrie.de.
Die aktuelle Strategie erwägt auch eine Zusammenarbeit im Rahmen der europäischen Industriepolitik sowie die Förderung nachhaltiger Produktionsmethoden. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob die geschnürten Maßnahmen in der Praxis wirksam sein werden oder ob die anhaltenden Herausforderungen den Fortschritt weiter hemmen werden.
So bleibt festzuhalten, dass sowohl Österreich als auch Deutschland vor dem dringenden Bedürfnis stehen, ihre industriellen Strategien anzupassen, um langfristigen wirtschaftlichen Erfolg und Wettbewerbsfähigkeit zu gewährleisten. Knill und andere Stimmen in der österreichischen Industrie stehen vor der Herausforderung, die notwendigen strukturellen Reformen umzusetzen und gleichzeitig die Finanzierung sicherzustellen, um die vorgestellten Ziele zu erreichen.