Der Arbeitsmarkt in Österreich zeigt sich zunehmend angespannt, was die Suche nach einem neuen Job erheblich erschwert. Laut dem aktuellen Arbeitsmarkt-Kompass, der von Marketagent in Zusammenarbeit mit Leitbetriebe Austria durchgeführt wurde, empfinden nur 51,3 Prozent der Beschäftigten die Jobsuche als leicht. Dies stellt den niedrigsten Wert seit Beginn der Erhebung dar. Informationen von Leadersnet verdeutlichen, dass neue Prioritäten bei der Arbeitgeberwahl in den Vordergrund rücken, während die Zahlen zur Erwerbstätigkeit aufzeigen, dass die Anforderungen der Unternehmen an ihre Mitarbeiter steigen.
Der international vergleichbare Jobzufriedenheitswert in Österreich beträgt stolze 82,7 Prozent. Dennoch hat die wahrgenommene Leichtigkeit, einen neuen Job zu finden, abgenommen. In einem Vergleich mit sieben europäischen Ländern liegt Österreich im soliden Mittelfeld. Beschäftigte sind jedoch bereit, mehr Einsatz und Verantwortung zu übernehmen, insbesondere wenn die Bedingungen fair sind. Sicherheit wird bei der Jobsuche zunehmend wichtiger; zentrale Kriterien sind faires Gehalt, gutes Arbeitsklima, Jobsicherheit und flexible Arbeitszeiten. Zusatzleistungen und die Möglichkeit zur Selbstverwirklichung verlieren demnach an Bedeutung.
Aktuelle Arbeitsmarktzahlen
Statistiken zur Erwerbstätigkeit zeigen, dass laut Angaben des Dachverbandes der Sozialversicherungsträger in Österreich die Anzahl der Erwerbstätigen erfasst wird, wobei jedoch Personen mit mehreren Dienstgebern doppelt gezählt werden. Die Erwerbstätigen definiert sich als Personen, die in der Befragungswoche mindestens eine Stunde gearbeitet haben oder aufgrund von Krankheit, Urlaub etc. nicht arbeiten konnten. Die Internationalisierung des Arbeitsmarkts zeigt auch, dass die EU bis 2030 ein Erreichen von 78 Prozent der 20 bis 64-Jährigen in der Erwerbstätigkeit anstrebt, wie die Wirtschaftskammer berichtet.
Die jüngsten Entwicklungen in der Arbeitslosigkeit geben Anlass zur Sorge. Im Jänner 2026 waren 379.771 Menschen beim AMS arbeitslos gemeldet, was einem Anstieg von 2,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Besonders betroffen sind Frauen und Personen mit niedrigerer formaler Bildung sowie Migrant:innen. Hinzu kommt, dass 101.536 Personen als langzeitbeschäftigungslos gelten, was 26,7 Prozent der Gesamtheit an Arbeitslosen ausmacht. Dies ist ein Anstieg von 12,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, schildert arbeit plus.
Herausforderungen und Perspektiven
Die Herausforderungen am österreichischen Arbeitsmarkt sind somit nicht zu unterschätzen. Sicherheit und Stabilität stehen höher im Kurs, während die Leichtigkeit in der Jobsuche abnimmt. Während Unternehmen gezwungen sind, sich an die wachsenden Anforderungen an Verlässlichkeit und faire Leistungsabgeltung anzupassen, verfolgen Beschäftigte einen pragmatischen Zugang zu ihrer Karriere, geprägt von Richtung und Einsatzbereitschaft.
Zukünftige Entwicklungen werden wohl durch diese Trends weiter beeinflusst werden, da sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber auf die steigenden Anforderungen und die sich verändernde Landschaft des Arbeitsmarktes reagieren müssen.