Ein österreichischer Staatsbürger wurde am 13. Dezember 2025 am internationalen Flughafen Murtala Muhammed in Lagos mit einem beträchtlichen Geldbetrag in seinem Reisegepäck aufgegriffen. Bei einer Kontrolle durch die Zollbehörden wurden insgesamt 651.505 Euro und 800.575 US-Dollar entdeckt, was einem Wert von etwa 1,36 Millionen Euro entspricht. Die Kontrolle wurde aufgrund eines konkreten Hinweises um 14:45 Uhr am Abflugterminal 2 durchgeführt. Bei dieser Gelegenheit hatte der Mann zuvor angegeben, kein Bargeld mitzunehmen. Diese abrupten Enthüllungen bringen ihn nun in ernsthafte rechtliche Schwierigkeiten, da ihm vorgeworfen wird, gegen die Vorschriften zur Bargelddeklaration verstoßen zu haben, wie Heute berichtet.
Nachdem das Bargeld beschlagnahmt wurde, wurde der Österreicher von der nigerianischen Anti-Korruptionsbehörde EFCC vor ein Bundesgericht in Lagos gebracht. Der Vorwurf lautet, dass er am Flughafen Devisen im Wert von 800.575 US-Dollar und 651.505 Euro nicht ordnungsgemäß deklariert hat. Ihm droht nun ein Verfahren wegen Verstoßes gegen das nigerianische Geldwäschegesetz. Während er auf nicht schuldig plädierte, wurde der Fall auf den 16. Jänner 2026 vertagt, wobei das Gericht bis dahin eine Entscheidung über die Kaution des Beschuldigten treffen wird. So bleibt der Mann bis zur weiteren Verhandlung in Untersuchungshaft, wie vol.at berichtet.
Hintergrundinformationen zur Korruption in Nigeria
Die Festnahme des österreichischen Staatsbürgers findet im Kontext eines landesweiten Kampfes gegen Korruption in Nigeria statt. Das Land, als Afrikas größte Volkswirtschaft, ist seit Jahrzehnten von endemischer Korruption betroffen, was viele Nigerianer für die weit verbreitete Armut in der Gesellschaft verantwortlich machen. Vor wenigen Monaten hat die EFCC auch den Generalbuchhalter Ahmed Idris verhaftet, unter dem Vorwurf, öffentliche Gelder in Höhe von 80 Milliarden Naira (ungefähr 193 Millionen Dollar) veruntreut zu haben. Die Behörde hat in der Vergangenheit bereits zahlreiche hochrangige Regierungsbeamte und Politiker wegen ähnlicher Delikte angeklagt, wie MarketScreener dokumentiert.
Im Fall des in Lagos festgenommenen Österreichers ist die Herkunft des Geldes bisher unklar, und auch der Grund für den Transport bleibt unbekannt. Zudem gab es seit dem Vorfall, der bereits bis Anfang Jänner für Verwirrung sorgte darüber, ob der Österreicher tatsächlich angeklagt wurde, keine offiziellen Informationen zur weiteren Entwicklung. Das österreichische Außenministerium hat die Inhaftierung bestätigt und informiert, dass die Botschaft in Abuja Unterstützung leistet. Der Beschuldigte könnte ein Unternehmer aus dem Vorarlberger Rheintal sein, dies wurde jedoch bislang nicht offiziell bestätigt. Es bleibt abzuwarten, wie sich der Fall weiterentwickelt und ob es auch in Österreich zu Ermittlungen kommt.