Österreichs Frauenfußball-Nationalmannschaft feierte heute einen beeindruckenden 4:1-Sieg gegen Norwegen und sicherte sich damit den dritten Platz bei der Wörthersee-Trophy. Nach einem frühen Rückstand drehte das Team die Partie, was Head Coach Alexander Bröms als das beste Spiel des Turniers bezeichnete. Bröms hob hervor, dass seine Mannschaft über 60 Minuten kaum schwache Phasen hatte, was das positive Gesamtbild der Woche verstärkt. Für die Spielerinnen war der Sieg am Turnierabschluss von großer Bedeutung.

Kapitänin Anna Meixner, die zusammen mit Lena Dauböck zwei Tore erzielte, betonte die Wichtigkeit des Sieges und äußerte, dass das Team nicht die erhofften Ergebnisse im gesamten Turnier erzielt hat. Sie machte deutlich, dass es notwendig sei, von Beginn an aktiv zu sein und nicht auf den Gegner zu warten. Der Wille, an den gelernten Lektionen zu arbeiten, bleibt stark.

Frauenfußball in Österreich: Ein langer Weg zur Professionalisierung

Die Herausforderungen im österreichischen Frauenfußball sind trotz der sportlichen Erfolge wie dem Halbfinaleinzug bei der Europameisterschaft 2017 weiterhin groß. Laut Stefanie Enzinger, der ehemaligen Nationalspielerin und Frauenfußball-Beauftragten, hat sich seit diesem glorreichen Jahr wenig in Richtung Professionalisierung gebessert. Wenngleich die Sichtbarkeit des Frauenfußballs durch Medienberichterstattung und Live-Übertragungen gestiegen ist, steht das Niveau des Wettbewerbs im Schatten des Männerfußballs.

Nina Potz, Liga-Managerin beim Österreichischen Fußball-Bund (ÖFB), bestätigte, dass jede Woche ein Spiel der Frauenbundesliga im Fernsehen übertragen wird, während andere Partien online verfügbar sind. Dennoch klagen viele Spielerinnen über die umständliche Suche nach Jobs, da sie oftmals neben dem Fußball arbeiten müssen, um über die Runden zu kommen. Laut einer Studie der younion-Sportgewerkschaft haben viele Spielerinnen einen Nebenjob, um ihre Lebenshaltungskosten zu decken, was die finanziellen Unterschiede zwischen den Geschlechtern im Sport deutlich macht.

Strukturelle Herausforderungen und notwendige Veränderungen

Die Meinungen über die nötigen strukturellen Veränderungen im Frauenfußball sind einhellig: Um die Qualität der Liga zu verbessern, müssten nicht nur die finanzielle Unterstützung und Ressourcenverteilung innerhalb der Vereine angeglichen werden, sondern es sollte auch eine Lizenzierung für Vereine eingeführt werden. Der Frauenfußball hat in großen Vereinen oft nicht die Priorität, die er verdient, wodurch die Entwicklung behindert wird. Viele talentierte Spielerinnen ziehen es vor, ins Ausland zu wechseln, wo finanzielle und sportliche Perspektiven lukrativer sind.

Die Anwerbung von Sponsoren bleibt entscheidend, um die Attraktivität der Liga zu erhöhen. Trotz positiver Entwicklungen zeigt sich der Weg zur Gleichstellung mit dem Männerfußball als lang und steinig, was weiterhin eine große Herausforderung für alle Beteiligten darstellt. Sobald die strukturellen Probleme angegangen werden, könnte es dem Frauenfußball in Österreich gelingen, sich nachhaltig zu professionalisieren und zu etablieren.

Für das österreichische Team war der Erfolg bei der Wörthersee-Trophy ein schöner Moment, der das Potenzial und den Kampfgeist der Spielerinnen widerspiegelt. Dennoch wird deutlich, dass der Erfolg auf dem Platz nur ein Teil der Gleichstellung im Sport ist. Der Weg dorthin erfordert ebenso viel Engagement und Unterstützung von allen Ebenen des Fußballs in Österreich.

Die Wörthersee-Trophy schließt mit einem positiven Erlebnis für das Team und betont die Notwendigkeit weiterer Fortschritte im Frauenfußball. Die Möglichkeit, die Sichtbarkeit und die Rahmenbedingungen zu verbessern, ist gesichert, doch die Herausforderungen bleiben groß.