Am 9. Jänner 2026 startet das österreichische Landwirtschaftsministerium ein bedeutendes Aktionsprogramm, das auf die Verbesserung des Managements von Naturgefahren abzielt. Im Fokus steht ein umfassendes Geo-Monitoringsystem, das in Innsbruck im Rahmen eines Kompetenzzentrums implementiert wird. Ziel des Programms ist die Analyse und Vorhersage potenzieller Naturereignisse wie Felsstürze und Muren in einem Zeitraum von fünf Jahren.
Dieses Programm wird vollständig aus bestehenden Bundesmitteln finanziert und sieht jährliche Investitionen von rund 215 Millionen Euro vor, die von der schwarz-roten Bundesregierung bereitgestellt werden. Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig und Landeshauptmann Anton Mattle erläuterten anlässlich einer Pressekonferenz am 8. Jänner die Grundlagen und Ziele des Projekts. Laut Totschnig wird das Programm evaluiert, um über die Fortführung nach Ablauf der fünf Jahre entscheiden zu können.
Rahmenbedingungen und Herausforderungen
Österreich ist aufgrund seiner alpinen Lage besonders anfällig für Naturgefahren wie Bergstürze, Talzuschübe, Hangrutschungen und Murgänge. Der Klimawandel verstärkt diese Risiken durch vermehrte Starkregenereignisse, Gletscherrückgang und das Auftauen von Permafrost. Ein Beispiel für die Dringlichkeit dieser Maßnahmen ist der dramatische Bergsturz in Blatten, Schweiz, im Jahr 2025, der die Gefahren von Extremereignissen deutlich machte.
Das Aktionsprogramm GeomonitorAT zielt darauf ab, ein bundesweit koordiniertes Monitoringsystem für große Massenbewegungen aufzubauen. Durch die Bündelung bestehender Daten und Erfahrungen, sowie die Nutzung moderner Technologien, wird die präventive Naturgefahrenvorsorge in Österreich gestärkt. Zudem fördert das Programm die Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und wissenschaftlichen Institutionen.
Technologische Ansätze und Maßnahmen
Ein zentrales Element des Geo-Monitorings ist die Verwendung von Satellitendaten der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) zur Identifikation von Brennpunkten. Michael Mölk, Leiter des Fachzentrums Geologie, hob hervor, dass ein Ampelsystem zur Bewertung von Gefahren eingesetzt wird. Die wissenschaftlichen Vorhersagen über Hangrutschungen und andere ähnliche Ereignisse sollen signifikant verbessert werden.
Um die Risiken zu minimieren, setzt GeomonitorAT auf die systematische Erfassung und Bewertung von großvolumigen Massenbewegungen. Es wurden sieben zentrale Maßnahmen zur Risikoreduzierung identifiziert, darunter ein nationales Verzeichnis von Gefahren, eine österreichweite Risikoanalyse und ein flächendeckendes Monitoring. Gemeinsam mit der Wildbach- und Lawinenverbauung sowie der Forschung wird eine umfassende Naturgefahrenanalyse durchgeführt.
Integration in bestehende Strukturen
Die Notwendigkeit neuer Strukturen wird von den Verantwortlichen verneint. Das Kompetenzzentrum wird sich in das bereits bestehende System integrieren, weshalb ein nahtloser Übergang zu erhoffen ist. Die Priorität liegt darauf, landschaftliche Veränderungen frühzeitig zu erkennen und gezielte Maßnahmen zur Risikominderung zu setzen.
Insgesamt zeigt sich, dass Österreich trotz einer bereits soliden Vorsorgestruktur vor neuen Herausforderungen steht, die durch den Klimawandel und sich verändernde Umweltbedingungen entstehen. GeomonitorAT schafft eine faktenbasierte Entscheidungsgrundlage für das Risikomanagement und trägt zur Entwicklung innovativer Lösungen zur Risikominderung bei, die mit dem Ansatz des integralen Risikomanagements übereinstimmen.
Weitere Informationen zu den Details des Programs sind in den Artikeln auf Dolomitenstadt, Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft und GeoConsult zu finden.