Im Jahr 2025 wurden in Österreich 6.809 Unternehmensinsolvenzen registriert, was einem Anstieg von rund vier Prozent im Vergleich zu 2024 entspricht. Diese Zahl markiert das fünfte Jahr in Folge, in dem die Unternehmenspleiten gestiegen sind. Besonders betroffen sind, laut Leadersnet, die Branchen Dienstleistungen, Handel und Bau.
Im vierten Quartal 2025 meldeten 1.669 Unternehmen Insolvenz an, was einen Anstieg von 2,8 Prozent im Vergleich zum dritten Quartal darstellt. Im Vergleich zum vierten Quartal 2024 gab es jedoch einen Rückgang von rund zwei Prozent bei den Insolvenzen. Bedeutung hat auch die Anzahl der rechtlichen Registrierungen: Insgesamt wurden 67.642 neue rechtliche Einheiten verzeichnet, was etwa 2.400 oder vier Prozent mehr als im Vorjahr ist. Diese Registrierungen gelten als Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung.
Branchen im Fokus
Die höchste Anzahl an Insolvenzen im vierten Quartal 2025 verzeichneten die Finanzdienstleistungen und sonstige Dienstleistungen mit 449 Fällen, gefolgt von den Bereichen Bau mit 298 und Handel mit 276 Insolvenzen. Auch die Beherbergung und Gastronomie waren betroffen, mit 224 Insolvenzen. Deutlich weniger Insolvenzen gab es in den Bereichen Information und Kommunikation sowie der Sachgütererzeugung.
Die Entwicklung wird von Statistik Austria quartalsweise dokumentiert. Die Daten werden auf Grundlage der europäischer Unternehmensstatistiken erstellt und sind eine wichtige Grundlage für das Verständnis der Unternehmensdemografie in Österreich.
Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Die gesamtwirtschaftliche Lage bleibt angespannt. Ein Bericht von EY prognostiziert eine unsichere konjunkturelle Entwicklung für 2025. Inflation hat nachgelassen, jedoch bleiben Herausforderungen bestehen. Die energiepolitische Lage, insbesondere die mögliche Anhebung der Energiepreise und geopolitische Spannungen, könnte die wirtschaftliche Erholung behindern.
Die Entwicklung im Bauwesen zeigt ein gemischtes Bild. Während einige Projektentwickler:innen wieder mit Neubauten beginnen, kämpfen viele Bauunternehmen mit geringen Aufträgen und hohen Kosten. Im Sektor „Consumer Goods & Retail“ könnte ein anziehender Konsum und ein verändertes Kaufverhalten zu Absatzproblemen führen, besonders im Hinblick auf den online Handel.
Letztlich hängt die zukünftige Insolvenzrate auch von der Fähigkeit der Unternehmen ab, sich an die Veränderungen anzupassen. Kostensenkungen, Vertragsverhandlungen und Effizienzsteigerungen werden entscheidend sein, um die Auswirkungen der wirtschaftlichen Unsicherheiten zu bewältigen.