
Österreich hat seit dem 1. Januar 2023 einen Wandel im Umgang mit Einwegverpackungen vollzogen. Mit der Einführung eines Einwegpfandsystems für Plastikflaschen und Aluminiumdosen verfolgt das Land das Ziel, die Recyclingquote signifikant zu steigern. Laut oe24 hat Geschäftsführer Simon Parth von der gemeinnützigen gGmbH Recycling Pfand Österreich in den ersten drei Monaten eine positive Bilanz gezogen. In diesen 13 Wochen konnten bereits 26 Millionen Pfandgebinde retourniert werden.
Zur Unterstützung des Pfandsystems stehen den Konsumenten rund 6.000 automatische Rückgabeautomaten sowie 8.000 manuelle Rücknehmer, darunter Würstelstände, Bäckereien und Kantinen, zur Verfügung. Die Betreiber von Recycling Pfand Österreich visieren an, jährlich rund 2,2 Milliarden Flaschen und Dosen zu recyceln. Trotz des Fortschritts belegt Österreich nur den 18. Platz in Europa bezüglich des Einwegpfands, während es im Bereich Mehrwegpfand bereits Erfahrungen gesammelt hat.
Vorbereitungen und Herausforderungen
Die Umstellung auf das Einwegpfand lief schneller als erwartet. Österreich besitzt nach Finnland das dichteste Filialnetz im Einzelhandel, was eine erhebliche Unterstützung für den Rückgabeprozess darstellt. Dennoch sind einwegige Gebinde ohne Pfand weiterhin im Handel erhältlich; die Produktion dieser Produkte war bis zum 31. März 2023 möglich. Erste konkrete Rücklaufquoten werden zum Ende des Jahres erwartet, erste Schätzungen könnten jedoch bereits vorher bereitgestellt werden.
Eines der Hauptziele dieses Pfandsystems ist die Förderung der Kreislaufwirtschaft und die Eindämmung von Umweltverschmutzung. Um diese Ziele zu erreichen, plant Recycling Pfand Österreich, die Rücklaufquote bis 2027 von aktuell 70 Prozent auf mindestens 90 Prozent zu steigern. Dabei wird der sogenannte Pfandschlupf, die Differenz zwischen den zurückgegebenen und verkauften Pfandgebinden, für die Weiterentwicklung des Systems genutzt. Zudem müssen Produzenten seit 2023 ein Viertel recyceltes Material in ihren PET-Kunststoffflaschen verwenden, was eine von der EU geforderte Maßnahme ist.
Wichtige Meilensteine für die Zukunft
Die Vorbereitungen für die Einführung des Pfandsystems auf Einweggetränkeverpackungen beginnen bereits vor dem offiziellen Anlauf im Jahr 2025. Laut recycling-pfand.at werden strategische Meilensteine umgesetzt, wie der Aufbau der Organisation, die Ausschreibungen für Rücknahmelogistik und die Implementierung einer informativen Website. Ab Februar bietet Recycling Pfand Österreich kostenlose Webinare an, um Produzent:innen, Importeur:innen und Verkäufer:innen über die notwendigen Vorbereitungen zu informieren.
Die Verantwortung für die gesamte Pfand-Kette liegt bei Recycling Pfand Österreich, das dafür sorgt, dass der Kreislauf von Einwegverpackungen geschlossen wird, in dem die Produzenten künftig Zugriff auf die gesammelten PET-Flaschen haben werden. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, dass Verbraucher über die neuen Regelungen und Angebote informiert sind, um Verwechslungen zwischen Pfand- und Nicht-Pfand-Produkten zu vermeiden.
Abschließend ist festzustellen, dass der Umstieg auf ein effizientes Pfandsystem entscheidend für die Umwelt und die Wirtschaft in Österreich ist. So wird nicht nur der Abfall reduziert, sondern auch ein wertvolles Material für die Wiederverwertung bereitgestellt, was im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung von großer Bedeutung ist.
Für detailliertere Informationen zu den Fortschritten und Zielen des Pfandsystems kann außerdem die EU-Statistik zurate gezogen werden.
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