Am 7. Februar 2026 ereignete sich im Gemeindegebiet von Frankenmarkt, Oberösterreich, ein schwerer Vorfall, bei dem eine umfangreiche Menge Gülle aus einer Jauchegrube austrat. Rund 30 bis 40 Kubikmeter Gülle entzischten über eine Wiese in einen nahegelegenen Bach, der in acht Fischteiche mündet. Der Alarm wurde gegen 18:30 Uhr durch einen Landwirt ausgelöst, der den großflächigen Austritt bemerkte. Bei der Lageerkundung kam sogar eine Drohne der Feuerwehr Wilding-Mühlberg zum Einsatz, um das Ausmaß der Verunreinigung genau einzuschätzen. Die Feuerwehr Frankenmarkt und Raspoldsedt reagierten umgehend und begannen mit Sandsäcken, den Austritt zu stoppen.
Die Situation führte zu einem dramatischen Verlust für die lokale Fischzucht, da etwa 500 Kilogramm Zuchtfische durch die eingeleitete Gülle verendeten. Auch fünf Wohnhäuser waren betroffen: Ihre Trinkwasserbrunnen wurden durch die Gülle verunreinigt, sodass diese Haushalte nun ohne Trinkwasserversorgung dastehen. Kommandant Sebastian Kirtsch bestätigte, dass ein Großteil der Fische im Sinkenden war und der Einsatz der Feuerwehr sich über mehrere Stunden hinziehen würde.
Umwelt- und Schadensprüfungen
Die Ermittlungen zur genauen Ursachenforschung sind bereits eingeleitet. Laut den ersten Informationen hatte der Landwirt am Tag des Austritts mehrere Fässer Gülle zur Grube gebracht. Es wird vermutet, dass die Grube selbst intakt ist, jedoch könnendurch die fahrlässige Handhabung der Gülle erhebliche Umweltschäden entstanden sein. Ein genauer Schadensumfang kann derzeit noch nicht beziffert werden, jedoch ist das Ausmaß der Verunreinigung besorgniserregend.
Der Vorfall in Frankenmarkt reflektiert ein weit verbreitetes Problem in der Landwirtschaft, welches nicht nur Oberösterreich betrifft. Laut .greenpeace.de haben viele intensive Tierhaltungsgebiete in Deutschland, insbesondere im Nordwesten, mit einem Überfluss an Gülle zu kämpfen. Durch die Aufhebung des Flächenbindungsprinzips sehen sich viele Betriebe mit der Herausforderung konfrontiert, mehr Gülle zu produzieren, als die Böden aufnehmen können. Dies kann zu gefährlichen Nährstoffüberschüssen führen, die letztlich in Gewässer gelangen, was zu schädlichen Algenblüten und Sauerstoffmangel in den Gewässern führt.
Die anhaltenden Ermittlungen und die sofortigen Maßnahmen der örtlichen Feuerwehr stehen in einem drängenden Zusammenhang mit den aktuellen Herausforderungen der Landwirtschaft und dem Streben, Umweltschäden zu minimieren. Die Situation in Frankenmarkt zeigt, wie wichtig effektive Kontrollen und verantwortungsvolle Praktiken in der landwirtschaftlichen Tierhaltung sind.
Für die betroffenen Haushalte und die lokale Fischzucht ist die Situation angespannt, und es bleibt abzuwarten, welche Maßnahmen ergriffen werden, um die Trinkwasserversorgung wiederherzustellen und weitere Umweltschäden abzuwenden.