Am kommenden Samstag, dem 8. Februar 2026, findet im Palais Kaufmännischer Verein in Linz der umstrittene Burschenbundball statt, der seit 1948 regelmäßig ausgerichtet wird. Diese Veranstaltung richtet sich an Mitglieder von waffenstudentischen Verbindungen in Oberösterreich sowie deren Angehörige und Freunde. Kritiker stufen den Ball als ein Symbol für Rassismus, Deutschnationalismus, Antisemitismus, Sexismus und autoritäres Gedankengut ein. Dies berichtet Heute.

Inmitten der Vorbereitungen haben sich die Proteste gegen das Event intensiviert. Das Bündnis „Linz gegen Rechts“ hat eine Demonstration angekündigt, die um 17.30 Uhr beim Ars Electronica Center beginnen soll. Die Protestierenden beabsichtigen, für eine solidarische und respektvolle Gesellschaft zu werben und stellen ihr Motto unter das Banner: „Unsere Solidarität gegen ihre Hetze.“ In Reaktion auf die Protestaufrufe sind anonyme Plakate mit dem Slogan „Burschis in die Bälle treten“ aufgetaucht, die dem antifaschistischen Umfeld zugerechnet werden. Dies führt zu einer weiteren Eskalation der Situation, wie oe24 berichtet.

Behördliche Maßnahmen und Sicherheit

Angesichts der zunehmenden Spannungen hat Linz‘ Sicherheitsstadtrat Michael Raml von der FPÖ Anzeige erstattet. Er äußert sich zu den Vorfällen und spricht von Gewaltandrohungen gegen friedliche Ballbesucher, die er als nicht hinnehmbar erachtet. Der Landespolizeidirektion Oberösterreich bleibt in diesem Zusammenhang keine andere Wahl, als zu prüfen, ob ein strafrechtlich relevanter Tatbestand vorliegt. Das Landesamt für Staatsschutz und Extremismusbekämpfung (LSE) hat mit den Ermittlungen bereits begonnen.

Ein weiteres Indiz für die ernsten Bedenken gegenüber der Ballveranstaltung ist der Schriftzug „Burschis jagen“, der kürzlich am Ars Electronica Center, dem geplanten Treffpunkt der Demonstration, angebracht wurde. Das Bündnis „Linz gegen Rechts“ hat die Vorwürfe der Gewalt und aufwieglerischen Proteste vehement zurückgewiesen und betont, dass ihr Anliegen auf einem friedlichen Protest basiert.

Kritik und Alternativen

Trotz der vorgebrachten Kritiken hält der Landeshauptmann von Oberösterreich, Thomas Stelzer von der ÖVP, den Ehrenschutz des Balls aufrecht. Die ÖVP ist in einer Koalition mit den Freiheitlichen, die traditionell stark an der Veranstaltung teilnehmen. Dies führt zu Spannungen innerhalb der politischen Landschaft und bietet weiteren Anlass zur Kritik, insbesondere von ehemaligen hochrangigen Vertretern der Johannes Kepler Universität, die seit Jahren nicht mehr an dem Event teilnehmen.

Für diejenigen, die sich von der Tradition distanzieren möchten, gibt es eine alternative Veranstaltung: den „Wurst vom Hund Ball“ in der Linzer Stadtwerkstatt, der ebenfalls am Samstag stattfindet. Diese Veranstaltung versucht, ein inklusiveres Umfeld zu schaffen und den Protest gegen diskriminierende Ideologien zu stärken. ORF OÖ berichtet von den Details der geplanten Aktivitäten.