Techniker der ETN Energie- und Telekom Netze GmbH aus Spillern, Niederösterreich, haben in einer kritischen Lage in Berlin Hilfe geleistet. Nach einem Brandanschlag auf das Berliner Stromnetz mussten sie umgehend eingreifen. Am Samstagmorgen wurden fünf Hochspannungskabel sowie einige Mittelspannungskabel im Ortsteil Lichterfelde schwer beschädigt. Infolgedessen waren rund 45.000 Haushalte und 2.000 Gewerbekunden ohne Strom.

Die Techniker Patrick Adamek und Joachim Sauer machten sich am Montagmorgen auf den Weg nach Berlin, nachdem sie am Sonntag organisiert hatten, was notwendig war, um so schnell wie möglich zu helfen. Die Reparaturarbeiten an der beschädigten Infrastruktur sind eine große Herausforderung, insbesondere aufgrund der Spannungsebene von 110 kV, die für ganze Stadtteile verantwortlich ist. Die ETN-Mitarbeiter stellten Kabelverbindungen her und konnten die Stromversorgung innerhalb eines Tages wiederherstellen, was als bemerkenswerte Leistung gilt.

Der Brandanschlag und seine Folgen

Für die Berliner Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) handelt es sich um einen akuten und großen Schaden. Der Angriff wurde von der anarchistischen Gruppe „Vulkangruppe“ anerkannt, die seit 2011 wiederholt Anschläge auf das Stromnetz in Berlin und Brandenburg verübt. Ihr Ziel sei es laut eigenen Angaben gewesen, die fossile Energiewirtschaft zu attackieren. Diese Art der Zerstörung bringt die Frage der Sicherheit und Widerstandsfähigkeit der Berliner Infrastruktur erneut ins Gespräch.

Bereits am Sonntag konnten durch behelfsweise Lösungen etwa 10.000 Haushalte und 300 Gewerbekunden wieder mit Strom versorgt werden. Dennoch zeigen die Vorfälle, dass die Redundanzsysteme, die im Notfall einspringen sollten, versagt haben. Außerdem ist unsicher, ob ein Zusammenhang zwischen diesem Angriff und der wachsenden Gefährdung durch Cyberangriffe auf die Energieversorgung in Deutschland besteht.

Cyberangriffe auf die Energieversorgung

Die Präsidentin des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Claudia Plattner, hatte zuletzt vor einer Zunahme solcher Cyberangriffe gewarnt. Die Energiewende führt zu einer Dezentralisierung der Energieerzeugung, wodurch kleinere Anlagen verstärkt ins Visier von Angreifern geraten. Plattner fordert, dass sowohl Stromversorger als auch private Haushalte besser gegen diese Bedrohungen geschützt werden müssen, um die kritische Infrastruktur zu sichern.

In den letzten Jahren hat Deutschland mehrere komplexe Cyberangriffe erlebt, von denen einige aus geopolitischen Gründen stammen. Das Risiko, das von Staaten wie China, Russland, Nordkorea und Iran ausgeht, ist nicht zu unterschätzen. Die aktuellen Ereignisse in Berlin zeigen, wie verwundbar die Energieversorgung in Deutschland bereits ist und wie dringlich neue Sicherheitsmaßnahmen notwendig sind.

Die ETN hat sich in der Branche als „Feuerwehr der Stromwelt“ einen Namen gemacht und ist auf Hoch- und Höchstspannungsanwendungen spezialisiert. Geschäftsführer Armin Grasel erläuterte, dass Berlin bereits zuvor Kontakt zu ETN aufgenommen hatte. Bei diesem Einsatz konnten aufgrund von Urlaubsplanung nur zwei der 28 Hochspannungsmonteure reisen, jedoch mit dem effektiven Ergebnis, dass die Versorgung in Berlin innerhalb kurzer Zeit wiederhergestellt wurde. Ein virales Instagram-Reel über die Schadensbegrenzung in Berlin verzeichnete fast eine halbe Million Aufrufe und verdeutlicht die enorme öffentliche Aufmerksamkeit, die diese Krise erzeugt hat.

Diese Vorfälle werfen nicht nur Fragen zur Sicherheit der Infrastruktur auf, sondern zeigen auch die Wichtigkeit der Collaboration über Landesgrenzen hinweg in Notsituationen. Wie sich herausstellt, können engagierte Kräfte aus Österreich einen entscheidenden Unterschied in der Krisenbewältigung in Deutschland machen.

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