
In den letzten Tagen gab es in Niederösterreich vermehrt Sichtungen eines Wolfs, was sowohl bei Anwohnern als auch bei Experten für Aufregung sorgt. So sind in den Bezirken Hollabrunn und Korneuburg, insbesondere in Wullersdorf, Grund, Aspersdorf, Untergrub, Waschberg und Stockerau, mehrfach Fotos und Videos des Tieres in sozialen Netzwerken erschienen. Ein besonders aufsehenerregendes Video zeigt den Wolf, der am Donnerstagnachmittag (3. April) in Stockerau gefilmt wurde. Dabei war das Tier deutlich zu erkennen, als es in einer Distanz von 50 bis 70 Metern völlig unbeeindruckt von einem geöffneten Insektenschutzgitter durch die Siedlung lief, berichtet exxpress.
Ein Landwirt in Grund (Bezirk Hollabrunn) konnte den Wolf aus nächster Nähe auf einem Feld beobachten und sogar fotografieren. Interessanterweise kam das Tier unbeeindruckt nahe, selbst als der Landwirt laut klatschte. Jüngste Berichte aus den Orten Sennig und Kleinwilfersdorf im Bezirk Korneuburg bestätigen ebenfalls, dass der Wolf dort gesichtet wurde, wobei einige der Aufnahmen auch online geteilt wurden. Trotz der Anwesenheit des Wolfes sehen die Anwohner vor Ort keinen Anlass zur Beunruhigung, und Wullersdorfs Bürgermeister Richard Hogl betont, dass er keine Gefahr sieht, jedoch die Notwendigkeit einer grundlegenden Überlegung über die mögliche Zunahme der Wölfe sieht.
Beobachtungen und Reaktionen
Wolfgang Strobl, Bezirksjägermeister von Hollabrunn, hat die Meldungen über die Wolfssichtungen bestätigt und erklärt, dass es sich zweifelsfrei um einen Wolf handelt. Zuvor hatten einige Personen vermutet, es könnte sich um einen Wolfshund handeln. Auch vom Bauernbund wurde die Identifikation als Wolf bekräftigt. Strobl rät dazu, bei Begegnungen mit Wölfen einen Sicherheitsabstand zu wahren und in der Nähe von Hunden kleinere Tiere hochzunehmen und zu beruhigen, während bei größeren Tieren Vorsicht geboten sei.
Auf den Feldern in der Umgebung haben mehrere Landwirte Aufnahmen des Wolfs gemacht, der durch die Felder zieht. Bislang wurden im Bezirk Hollabrunn lediglich durchziehende Wölfe dokumentiert, was bedeutet, dass kein dauerhaftes Rudel vor Ort ansässig ist. Experten sehen jedoch den Ernstbrunner Wald als mögliches Rückzugsgebiet, das für Wölfe von Interesse sein könnte, insbesondere aufgrund seiner Größe und der damit verbundenen Möglichkeiten zur Nahrungsaufnahme.
Wolfspopulation im weiteren Kontext
Die Situation in Niederösterreich ist nicht isoliert. In Deutschland zeigt sich ebenfalls ein Anstieg der Wolfssichtungen, was auf die Rückkehr des Tieres in seine natürlichen Heimatgebiete hinweist. Vor allem in Sachsen, Brandenburg, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern sind zahlreiche Sichtungen dokumentiert, die von Spuren im Schnee bis hin zu Rudelbeobachtungen reichen. Ein Zeichen für den Erfolg der Naturschutzmaßnahmen, die in den letzten Jahren intensiviert wurden, berichtet wildtierwelt.
Die Monitoring-Ergebnisse belegen, dass die Wolfspopulation in Deutschland kontinuierlich wächst und aktuell 52 bekannte Wolfsterritorien umfasst. Dies zeigt die Notwendigkeit von Strategien zur Koexistenz zwischen Mensch und Wolf, insbesondere da die Interaktion oft von Faszination und Angst geprägt ist. Zudem müssen Landwirte und Behörden zusammenarbeiten, um das Konfliktpotenzial zu verringern und gleichzeitig den Schutz der Wölfe aufrechtzuerhalten. Ein kontinuierliches Monitoring, das jährlich durchgeführt wird, trägt dazu bei, die Änderungen in den Wolfpopulationen nachzuvollziehen, informiert die DBB.
Die aktuelle Entwicklung in Niederösterreich sowie in Deutschland verdeutlicht, dass die Rückkehr des Wolfes sowohl Herausforderungen als auch Chancen mit sich bringt. Aufklärung und Informationskampagnen sind entscheidend, um ein friedliches Miteinander zu fördern und die Bürger über das Verhalten und den Schutz der Tiere aufzuklären.
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