Am 13. Jänner 2026 fand im Palais Niederösterreich der Neujahrsempfang der Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ) statt. An diesem bedeutenden Ereignis nahmen zahlreiche Ehrengäste teil, darunter die Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer sowie Staatssekretärin Elisabeth Zehetner. Leadersnet berichtet, dass die Veranstaltung thematisch auf den Reformbedarf und die Wettbewerbsfähigkeit fokussierte sowie einen vorsichtigen Optimismus in der Wirtschaft vermittelte.

WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker hob hervor, dass viele Unternehmer:innen derzeit nicht um Wachstum, sondern um Stabilität und Planbarkeit kämpfen. Hohe Kosten, bürokratische Hürden und Investitionsunsicherheit machen den Betrieben zu schaffen. Ecker forderte mehr unternehmerische Freiheit, verlässliche Rahmenbedingungen und entsprechende Entlastungen.

Reformbedarf und positive Ausblicke

Landeshauptfrau Mikl-Leitner betonte die Wichtigkeit der Wettbewerbsfähigkeit und verwies auf erforderliche Verwaltungsreformen zur Entbürokratisierung. Ein konkretes Ziel besteht darin, die Betriebsanlagengenehmigungen um 30 Prozent zu beschleunigen. Zudem wurden auf Bundesebene Maßnahmen gefordert, wie die Senkung der Lohnnebenkosten ab 2027, niedrigere Energiekosten und die Verlängerung des Industriestrompreises bis 2030.

Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer äußerte optimistische Perspektiven und nannte erste Anzeichen eines wirtschaftlichen Aufschwungs. Er kündigte Reformen im Strommarkt und der Gewerbeordnung an. Danninger, der Generalsekretär der WKO, forderte Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit und betonte die positive wirtschaftliche Entwicklung. Staatssekretärin Zehetner erwartet ein Wachstum von über 1 Prozent im kommenden Jahr, insbesondere im Tourismussektor.

Johannes Schedlbauer, Direktor der WKNÖ, wies auf den strukturellen Handlungsbedarf hin, vor allem in Bezug auf Energiepreise und Lohnnebenkosten. Im Rahmen des Zukunftsprozesses „Aufbruch 2026“ sollen Organisationen effizienter und transparenter gestaltet werden.

Nationale und internationale Herausforderungen

Die Situation in den Unternehmen ist nicht nur auf nationale Herausforderungen beschränkt. Auch auf internationaler Ebene steht Deutschland, gemäß der Bertelsmann Stiftung, unter Anpassungsdruck. Handelskonflikte, Energiepreisrisiken und gesellschaftliche Transformationen erhöhen den Druck auf Firmen, ihre Geschäftsmodelle aktiv weiterzuentwickeln und auf nachhaltige Praktiken zu setzen.

Die steigenden Anforderungen an Klimaschutz und soziale Verantwortung fordern Unternehmen, nicht nur ihre Kosten zu optimieren, sondern auch Mehrwert für Kund:innen und Eigentümer:innen zu schaffen. Prof. Dr. Florian Lüdecke-Freund von der ESCP Business School Berlin hebt hervor, dass Resilienz in Krisenzeiten bedeute, diese Unternehmenswerte aufrechtzuerhalten. Nachhaltigkeit wird in diesem Zusammenhang als unverzichtbares Prinzip für wirtschaftliche Stabilität betrachtet.

Die traditionellen Bräuche, wie der Neujahrsbegrüßung durch die niederösterreichischen Rauchfangkehrer, runden die Veranstaltung ab und spiegeln die kulturelle Verbundenheit mit der Wirtschaft wider. Der Neujahrsempfang konnte somit nicht nur aktuelle Herausforderungen ansprechen, sondern auch einen Blick in die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Niederösterreich bieten.