Heute fand in Gerersdorf die Veranstaltung „Wirtschaft und Arbeit im Dialog“ statt, initiiert von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. Anwesend waren zahlreiche Vertreter des Landes Niederösterreich sowie Vertreter der Wirtschaftskammer, der Arbeiterkammer, der Industriellenvereinigung, des Arbeitsmarktservice (AMS) und des Sozialministeriumservices. Ziel dieser Dialogrunde war es, die Herausforderungen am Wirtschafts- und Arbeitsmarkt zu diskutieren und die Zukunft des Handwerks zu beleuchten. Mikl-Leitner bezeichnete das Handwerk als einen unverzichtbaren Pfeiler für die regionale Wertschöpfung, da es nicht nur Fachkräfte ausbildet, sondern auch Arbeitsplätze schafft. Dies betonte sie in den Räumen der Tischlerei Krumböck, die symbolisch für die Verlässlichkeit und Tradition im Handwerk steht.

„Wir müssen einen respektvollen Austausch zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite fördern“, sagte Mikl-Leitner. Während der Diskussion wurden rund 80 konkrete Maßnahmen erörtert und weiterentwickelt. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Sichtbarkeit und den Zugang zu Unterstützungsangeboten für Unternehmen und Beschäftigte in Niederösterreich zu verbessern. Die Maßnahmen können auf der Website land-noe.at eingesehen werden.

Beiträge der Teilnehmer

Die Landesrätin Susanne Rosenkranz hob in ihrer Rede die zentrale Rolle des Handwerks für die heimische Wirtschaft hervor. Wolfgang Ecker von der Wirtschaftskammer betonte die enge Verbindung zwischen Handwerk und Industrie, wobei der Fokus auf Stabilität und Planbarkeit dieser Bereiche gelegt werden sollte. Markus Wieser von der Arbeiterkammer wies auf die Bedeutung hochwertiger Arbeitsplätze und gezielte Qualifizierung hin, während Barbara Ascher von der Industriellenvereinigung die gemeinsame Ausbildung von Fachkräften ansprach.

Sandra Kern vom AMS gab eine positive Prognose: „Die Arbeitslosenzahlen in Niederösterreich könnten 2026 sinken.“ Günther Widy, der für das Sozialministeriumservice spricht, führt aus, dass Unterstützung für ausgrenzungsgefährdete Jugendliche und Menschen mit Behinderungen zentral bleibt. Gemeinsam wollen die Akteure verlässliche Rahmenbedingungen für Handwerksbetriebe schaffen.

Herausforderungen des Arbeitsmarktes

Zusätzlich zu den Themen des heutigen Dialogs zeigte eine aktuelle Mittelfristprognose zum Fachkräftemonitoring, dass ungenutzte Potenziale, insbesondere bei Frauen, Nicht-Deutschen und älteren Arbeitnehmern, zur Fachkräftesicherung identifiziert werden müssen. Die Prozentsätze an verfügbaren Arbeitskräften sinken, was durch strategische Einwanderung ausgeglichen werden könnte. Prognosen weisen darauf hin, dass bis 2029 rund 530.000 Fachkräfte fehlen werden.

Die Prüfung der Herausforderungen am Handwerkssektor steht vor dem Hintergrund eines steigenden Qualifikationsbedarfs, mancher Branchen wie Gastronomie und Tourismus sind besonders betroffen. Hier wird ein Fehlbedarf von 1.900 Fachkräften bis im Jahr 2030 prognostiziert, was die Notwendigkeit von Bildungs- und Weiterbildungsinitiativen untermauert. Die Digitalisierung und der demografische Wandel stellen weitere Herausforderungen dar, die neue Kompetenzen erfordern.

Die heutige Veranstaltung, die von den Akteuren des Wirtschafts- und Arbeitsmarktes so engagiert diskutiert wurde, zeigt das Bestreben, Antworten auf die gegenwärtigen und kommenden Herausforderungen zu finden und die Ausbildungslandschaft in Niederösterreich weiter zu stärken.

Für weitere Informationen zu den Maßnahmen und zur Sicherung von Fachkräften besuchen Sie bitte die Websites niederoesterreich.at, noel.gv.at und bmas.de.