Am 15. November 2025 fand im Stift Klosterneuburg der feierliche Landesfeiertag von Niederösterreich statt. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner ergriff die Gelegenheit, die bedeutende Rolle von Zusammenhalt und Traditionen in der heutigen Gesellschaft zu betonen. Das Stift Klosterneuburg, als Gründungsort des Heiligen Leopold und Landespatron von Niederösterreich, spielt eine zentrale Rolle in der Geschichte der Region. Mikl-Leitner mindful hervor, dass das Land seit 2010 erhebliche Mittel von fast fünf Millionen Euro in die Sanierungsarbeiten des historischen Gebäudes investiert.

In ihrer Ansprache hob Mikl-Leitner die Wertschätzung der Heimat hervor. Sie beschrieb Heimat nicht nur als einen geografischen Ort, sondern vielmehr als ein durch Menschen geprägtes Konzept, das Respekt, Hilfsbereitschaft und Gemeinschaftssinn fördert. Eine aktuelle Studie zeigt, dass 90% der Niederösterreicher stolz auf ihr Bundesland sind. Diese Emotionen wurden während des Landesfeiertages durch zahlreiche Aktivitäten und eine besondere Festmesse unterstrichen.

Zusammenhalt und Ehrenamt

Prälat Maximilian Fürnsinn, der zusammen mit Mikl-Leitner und Wirtschaftsdirektor Andreas Gahleitner eine Pressekonferenz leitete, betonte die Notwendigkeit eines gemeinsamen Wertefundaments für eine positive Zukunft. Mikl-Leitner ergänzte, dass fast jeder Zweite in Niederösterreich sich ehrenamtlich engagiert, was besonders in Krisensituationen, wie der Pandemie und dem Ukraine-Krieg, von großer Bedeutung ist. Dieses Engagement ist auch Teil der Jubiläumsfeierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen eines eigenständigen Niederösterreichs, die den Erhalt und die Pflege von Kulturgütern in den Mittelpunkt rücken.

Ebenfalls zum Landesfeiertag fand die traditionelle Festmesse in der Stiftskirche statt, zelebriert von Korbinian Birnbacher. Für Familien wurde zum ersten Mal ein „Kinder-Landesfeiertag“ mit Workshops und Aktivitäten angeboten, der einen besonderen Akzent auf die jüngere Generation legte.

Renovierungsarbeiten und kulturelles Erbe

Das Stift Klosterneuburg, gegründet 1114, ist weit über die Grenzen Niederösterreichs hinaus von großer Bedeutung. In einer Pressekonferenz wurden die zukünftigen Renovierungsmaßnahmen vorgestellt, die von 2024 bis 2027 durchgeführt werden sollen. Insgesamt sind 4,4 Millionen Euro für diese umfangreiche Sanierung eingeplant, wovon 2,2 Millionen Euro für die Renovierung der Stadttürme verwendet werden. Die Arbeiten sind notwendig geworden, da 2014 Gesteinsteile abfielen, was die Dringlichkeit von Sanierungen unterstrich.

Über 750 Teile werden bei diesen Arbeiten ausgetauscht. Täglich arbeiten zwischen 10 und 25 Personen auf der Baustelle, wobei insgesamt 64.000 Arbeitsstunden für die Renovierung benötigt werden. Während dieser Maßnahmen wurden zudem Zeitkapseln mit Dokumenten aus dem 19. Jahrhundert entdeckt. Nach Abschluss der Renovierungen im kommenden Jahr werden neue Zeitkapseln mit aktuellen Dokumenten wieder eingelegt, um die Geschichte des Stifts für zukünftige Generationen festzuhalten.

Abt Anton Höslinger erinnerte an die Rückkehr der Augustiner Chorherren vor 80 Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg und verweist auf die langjährige Geschichte des Stifts als kulturelles Erbe und spirituelle Quelle. Das Land Niederösterreich investiert jährlich rund fünf Millionen Euro in die Denkmalpflege, was nicht nur den Erhalt wertvoller kultureller Güter sichert, sondern auch rund 500 Arbeitsplätze schafft.

Der Landesfeiertag endete mit einem festlichen Abendempfang im Festspielhaus St. Pölten, der den Zusammenhalt und die Gemeinschaft in Niederösterreich feierte.