St. Pölten

Schaden nach Hochwasser: Müllverbrennungsanlage kämpft mit Fluten und Bombenfunden

In Dürnrohr kämpft die Müllverbrennungsanlage nach Hochwasser mit Schäden und einer entdeckt Fliegerbombe – und das hat sogar zur Evakuierung von 15 Haushalten geführt!

Die Müllverbrennungsanlage in Dürnrohr steht vor erheblichen Herausforderungen: Nach einem massiven Hochwasser, das die umliegende Infrastruktur schwer beschädigte, bleibt die Anlage vorübergehend stillgelegt. Während der Müllbunker und die Brennkammer weitgehend unversehrt geblieben sind, zeigen die restlichen Anlagenbereiche deutliche Schäden, die eine umfassende Reparatur erfordern. Experten und Fachleute aus ganz Europa sind bereits involviert, um die Situation zu beheben.

Besonders betroffen ist die Energieverwertungszentrale, die für die Umwandlung des heißen Dampfes aus der Brennkammer in Elektrizität und Fernwärme zuständig ist. Hier müssen sämtliche Isolierungen ersetzt werden, und auch 60 Schaltschränke haben Schäden erlitten. Diese Ausfälle gefährden die Versorgung der Region, da es noch unklar ist, wann die Anlage wieder betriebsbereit sein kann.

Aktuelle Status und Herausforderungen

EVN-Sprecher Stefan Zach äußerte bei einem Lokalaugenschein, dass ein genaues Bild der Schäden erst in der kommenden Woche vorliegen werde. Er informierte, dass die Anlage über drei Verbrennungslinien verfügt und dass es das Ziel sei, mindestens eine Linie innerhalb der nächsten Wochen wieder in Betrieb zu nehmen. Zach zeigt sich optimistisch, dass die gesamte Anlage bis Weihnachten wieder voll funktionsfähig sein wird.

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Ein großes Problem bleibt der hohe Grundwasserpegel auf dem Areal: In den Kellerbereichen der Anlage, die für die Reinigung des Wassers zuständig sind, steht aktuell zehn Zentimeter Wasser. Trotz ununterbrochener Pumpaktivitäten seit drei Wochen ist der Wasserstand unverändert. Um den Grundwasserspiegel zu senken, gräbt die EVN derzeit einen neuen Bach, durch den das Wasser in die Perschling abgeführt werden soll.

Zusätzlich sind die damit verbundenen Arbeiten nicht ohne Gefahr, wie sich am Donnerstagabend zeigte. Die Arbeiter entdeckten eine 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg auf dem Gelände, die vom Entminungsdienst entschärft werden musste. Dies führte zur Evakuierung von 15 Haushalten in Kleinschönbichl.

Da die Wiederinbetriebnahme der Müllverbrennungsanlage noch auf sich warten lässt, plant die EVN, einen zentralen Zwischenlagerplatz auf dem Areal einzurichten. Auf einer Fläche von etwa sieben Hektar können bis zu 80.000 Tonnen Sperrmüll bis zur Weiterverarbeitung gelagert werden. Dieser Müll wird dann sortiert, geschreddert, gepresst und entsprechend aufbereitet. Diese Lösung soll helfen, bis die Anlage wieder in vollem Umfang operieren kann.

In der Zwischenzeit hat die Versorgung von Zwentendorf mit Fernwärme eine provisorische Wiederherstellung erfahren, während die Landeshauptstadt St. Pölten über Gaskessel mit Wärme versorgt wird. Die Notwendigkeit von zentralen Lagerräumen für Sperrmüll wird auch von den niederösterreichischen Umweltverbänden erkannt, die überregionale Lösungen anstreben, um die bestehenden Anforderungen zu erfüllen und einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten.

Die Situation bleibt angespannt, und die kommenden Wochen werden entscheidend sein, um die Müllverbrennungsanlage wieder in Betrieb zu nehmen und die Energieversorgung der Region aufrechtzuerhalten. Für weitere Informationen, siehe die aktuelle Berichterstattung auf noe.orf.at.


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Quelle
noe.orf.at

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