
Die Staatsanwaltschaft St. Pölten hat am 2. April 2025 Anklage gegen drei junge Männer erhoben, die im Verdacht stehen, Anschlagspläne auf die Wiener Regenbogenparade, die am 17. Juni 2023 stattfand, geschmiedet zu haben. Laut 5min.at waren die Alter der Angeklagten zwischen 16 und 21 Jahren; der jüngste unter ihnen war lediglich 14 Jahre alt. Die Männer wurden vorübergehend festgenommen, doch ein unmittelbar bevorstehendes Attentat konnte nicht festgestellt werden.
Die in der Anklage genannten Beschuldigten sind mutmaßlich gewaltbereite Anhänger des „Islamischen Staates“ (IS) und der „Islamischen Staat – Provinz Khorasan“ (ISPK). Ihre Kommunikation über mögliche Anschläge fand in einer Telegram-Gruppe mit dem Namen „psychology1444“ statt. Insbesondere ein 19-jähriger Angeklagter hat Pläne angestellt, in der Tschechischen Republik ein AK-47-Sturmgewehr sowie ein großes Messer zu erwerben. Diese Aktivität illustriert die tiefen Wurzeln der Radikalisierung, die viele junge Menschen in solchen Extremismus-Milieus durchlaufen, wie in verschiedenen Studien dokumentiert wurde.
Radikalisierung und Extremismus
Das Thema Radikalisierung junger Menschen ist in den letzten Jahren verstärkt in den Fokus gerückt. Die Forschung zeigt, dass das Internet eine zentrale Rolle im Radikalisierungsprozess spielt, d.h. junge Menschen werden über soziale Netzwerke und Messaging-Plattformen in extremistische Ideologien eingeführt. Insbesondere die Nutzung von Plattformen wie TikTok und Telegram ist ein kritischer Faktor, da sie den Austausch und die Verbreitung gewaltsamer Ideen fördern, wie verschiedene Studien, darunter die von bpb.de bestätigen.
Die Anklageschrift umfasst stolze 35 Seiten und bespricht detailliert die Vorwürfe gegen die Beschuldigten. Der jüngste Angeklagte soll nicht nur bombenbau-Rezepte aus dem Internet beschafft haben, sondern zudem angekündigt haben, in ein vom IS kontrolliertes Gebiet reisen zu wollen, um Kämpfer zu unterstützen. Es ist klar, dass die Radikalisierung in solchen Milieus nicht nur ein individuelles Phänomen ist, sondern maßgeblich von kollektiven Erfahrungen und einem stark ausgeprägten Gruppensinn beeinflusst wird, wie viele Experten erörtert haben.
Alle drei Beschuldigten wurden kurzzeitig in Gewahrsam genommen, allerdings kamen sie bald wieder frei, da kein dringender Tatverdacht vorlag. Laut den Verteidigern, insbesondere im Fall des Jüngsten, sei der angedeutete Anschlag nicht Teil der Anklage. Daher wird die Hauptverhandlung voraussichtlich im Frühjahr oder Sommer 2025 am Landesgericht St. Pölten stattfinden.
Die bisher bekannten Details der Anschlagspläne und die Reaktionen der Justiz verdeutlichen, wie wichtig es ist, präventive Maßnahmen zu ergreifen, um die Radikalisierung junger Menschen zu verhindern und die Gesellschaft vor gewaltsamen Extremismus zu schützen.
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