SPAR setzt ein deutliches Zeichen für die Unterstützung heimischer Produkte, während gleichzeitig der umstrittene Mercosur-Handelspakt mit südamerikanischen Ländern kurz vor der Unterzeichnung steht. Inmitten der zunehmenden Kritik der heimischen Landwirtschaft am Abkommen betont SPARs Vorstand Markus Kaser die unbedingte Einhaltung höchster Lebensmittelstandards und die Herkunft österreichischer Produkte. „Bei Lebensmittelsicherheit, Qualität und Herkunft machen wir keine Kompromisse“, so Kaser. Die heimische Landwirtschaft fürchtet unterdessen einen signifikanten Rückgang der Absätze durch das Freihandelsabkommen, das in Paraguay unterzeichnet werden soll und bereits nach 25 Jahren Verhandlungen politisch beschlossen wurde, wie fleischundco berichtet.

Die zuständigen EU-Gremien, darunter die gesamte EU-Mitgliedstaaten, haben dem Mercosur-Abkommen zugestimmt, was zur Schaffung der größten Freihandelszone der Welt führt. Österreichs Zustimmung blieb jedoch aus, gebunden an einen Nationalratsbeschluss aus 2019. Trotz der Bedenken hat das italienische Ja und die zugesicherten Schutzmaßnahmen der EU-Kommission zur Annahme des Abkommens beigetragen. Es wird erwartet, dass der Außenhandel zwischen der EU und den Mercosur-Staaten Brasiliens, Argentinien, Uruguay und Paraguay von der Abschaffung der Zölle auf über 90 Prozent des bilateralen Handels profitieren wird, wie der Bundeswirtschaftsminister anmerkt.

Marktwirkungen und Herausforderungen für die heimische Landwirtschaft

Austrian Farmers Association und andere Landwirtschaftskammern äußern sich besorgt über die möglichen Konsequenzen des Abkommens. Sie warnen vor der Abhängigkeit von Importen und dem damit verbundenen Preisdruck. Die Befürchtungen konzentrieren sich insbesondere auf Rind- und Geflügelfleisch, wo die Unterschiede in Kontrollstandards zwischen heimischen und importierten Produkten potenziell problematisch sind. Auch der Bauernbund fordert faire Wettbewerbsbedingungen und strenge Importkontrollen, um die Qualität heimischer Lebensmittel zu sichern.

Die EU-Kommission bezeichnete das Mercosur-Abkommen als wirtschafts- und geopolitisches Projekt und sieht darin nicht nur eine Chance für die europäischen Exporte – die um bis zu 39 Prozent steigen könnten – sondern auch eine Gelegenheit für kleine und mittlere Unternehmen, sich auf den südamerikanischen Märkten zu etablieren. Besonders die Exporte aus Niederösterreich in die Mercosur-Staaten verzeichneten in den letzten zehn Jahren einen Anstieg von über 30 Prozent, was in der Wirtschaft große Hoffnungen weckt, selbst wenn die Landwirtschaft unter Druck geraten könnte.

SPARs Engagement für regionale Produkte

SPAR rechnet sich in diesem Kontext auch Chancen zum Wachstum aus. Das Unternehmen bleibt seinem Grundsatz treu: Der Frischfleisch-Bereich wird weiterhin zu 100 Prozent mit österreichischem Rinder-, Schweine- und Kalbsfleisch beliefert. „Wir sehen uns als regionaler Nahversorger mit Verantwortung gegenüber Konsumenten und Produzenten. Freihandel akzeptieren wir – aber nicht um jeden Preis“, unterstreicht Kaser. Dieser Standpunkt spiegelt das Bestreben wider, die Einheimischen und ihre Produkte in den Mittelpunkt zu stellen, während sich der Wettbewerb durch das Mercosur-Abkommen intensiviert.

Das laufende Geschehen verdeutlicht die Spannung zwischen dem Bedürfnis nach wirtschaftlicher Expansion und den Anforderungen an den Schutz lokaler Landwirtschaft. Der Widerstand ist nicht nur von Seiten der Landwirte zu spüren, auch politische Akteure und NGOs äußern sich kritisch. Die nächsten Schritte sind nun von der Zustimmung des Europäischen Parlaments abhängig, eine Hürde, die das Schicksal des Mercosur-Abkommens endgültig besiegeln könnte.