Der Neujahrsempfang der Wirtschaftskammer Niederösterreich fand am 10. Jänner 2026 im Palais Niederösterreich statt. Ehrengäste wie Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer, Staatssekretärin Elisabeth Zehetner und Jochen Danninger, der Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich, würdigten die Leistungen der Wirtschaft im vergangenen Jahr. Mikl-Leitner betonte den Zusammenhalt in 2025 und die Stärke der Unternehmer, die für die Sicherung von Arbeitsplätzen und Wohlstand entscheidend sind.

Für das Jahr 2026 werden die Herausforderungen noch größer, weshalb die Stärkung der Leistungsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit im Vordergrund stehen. Mikl-Leitner kündigte an, dass die Landesregierung verschiedene Maßnahmen ergreifen wird. Dazu zählen eine Verwaltungsreform zur Entbürokratisierung der Landesgesetze und eine Beschleunigung der Betriebsanlagengenehmigungsverfahren um 30%. Außerdem sollen Unternehmen gezielt bei Digitalisierungsprozessen unterstützt werden.

Maßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft

Ein zentrales Anliegen von Mikl-Leitner ist die Senkung der Lohnnebenkosten bis Anfang 2027 sowie die Verlängerung des Industriestrompreises bis 2030. Diese Forderungen spiegeln die Bedürfnisse der Unternehmer wider, wie Wirtschaftskammer-Präsident Ecker darlegte. Viele Unternehmer kämpfen um Stabilität und Planbarkeit, was mehr unternehmerische Freiheit und Verlässlichkeit erfordert. Ecker forderte zudem eine ernsthafte Entbürokratisierung.

Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer kündigte an, dass 2026 ein Jahr der Wirtschaft, Leistung und Wettbewerbs werden solle, mit den drei Schwerpunkten Energie, eine neue Industriestrategie und die Reform der Gewerbeordnung im Anlagenrecht. Eine symbolische Note des Neujahrsempfangs war die Anwesenheit der niederösterreichischen Rauchfangkehrer, die als traditionelle Glücksbringer auftraten.

Europäische Initiativen für Wettbewerbsfähigkeit

Die Europäische Kommission hat ebenfalls zentrale Initiativen zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Europa vorgestellt. Diese basieren auf dem Wettbewerbsfähigkeitskompass, der die Grundlage für den „Clean Industrial Deal“ bildet. Diese Initiative umfasst sechs Handlungsfelder, darunter bezahlbare Energie, Finanzierung und Kreislaufwirtschaft, und zielt auf die Dekarbonisierung der europäischen Wirtschaft. Die EU sieht die Industrie dabei als Schlüsselakteur für die Entwicklung sauberer Technologien. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass die Vorschläge zügig unter polnischer Ratspräsidentschaft umgesetzt werden.

Die Bundesregierung hat bereits Maßnahmen zur Schaffung neuer Leitmärkte vorgeschlagen, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen und Carbon-Leakage zu verhindern. Zusätzlich werden Schritte zur Senkung der Energiepreise, wie die Beschleunigung von Genehmigungsverfahren und der Ausbau grenzüberschreitender Infrastrukturen, angestrebt. Bezahlbare Energiepreise sind nicht nur für die Wirtschaft wichtig, sondern auch für den Klimaschutz.

Innovationsförderung und Bürokratieabbau

Im Jänner 2025 stellte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen einen umfassenden Plan zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der EU vor, der die Bereiche Innovation, Klimaschutz und Unabhängigkeit von Rohstoffen umfasst. Ein Viertel der bürokratischen Hürden für große Unternehmen sowie mehr als ein Drittel für kleine und mittelständische Unternehmen sollen abgebaut werden, was eine Ersparnis von 37 Milliarden Euro bis Ende des aktuellen Fünf-Jahres-Mandats ermöglichen könnte. Diese Maßnahmen werden von Wirtschaftsverbänden begrüßt und tragen zur Förderung von Start-ups sowie zur Stabilisierung der Energiepreise bei.

Insgesamt zeichnet sich ein positiver Ausblick für die Wirtschaft ab, sowohl auf Landes- als auch auf europäischer Ebene. Es stellt sich nun die Frage, wie schnell und effizient diese Strategien umgesetzt werden können, um die Wettbewerbsfähigkeit Europas weiter zu stärken.