
Die brutalste Tat erschütterte Villach am 17. Februar 2025: Ein 23-jähriger Syrer stach auf einen 14-jährigen Jungen ein und verletzte dabei fünf weitere Personen. Die Ermittler vermuten ein islamistisches Motiv hinter diesem tödlichen Angriff, da der Täter sich anscheinend im Internet radikalisiert hatte – hauptsächlich über die umstrittene Plattform TikTok, wie news.ORF.at berichtete. Experten warnen davor, dass solche Plattformen immer wieder als Nährboden für Hassprediger und extremistische Inhalte dienen.
Radikalisierung durch soziale Medien
Der Terrorismusforscher Peter Neumann stellte fest, dass bestimmte "islamistische Influencer" mit ihren Videos auf Plattformen wie TikTok und Instagram massenhaft junge Menschen erreichen. Die Algorithmen dieser sozialen Netzwerke zeigen Nutzern vermehrt Inhalte, die ihren Klickvorlieben entsprechen, was zu einer gefährlichen Filterblase führen kann. Lukas Daniel Klausner von der Fachhochschule St. Pölten erklärte, dass es nur wenige Klicks braucht, um in eine solche Echokammer zu gelangen, wo radikal-islamistische Inhalte im Vordergrund stehen. Besonders tückisch sind diese Clips, da sie zunächst harmlos wirkende Alltagsthemen behandeln, wie etwa gesellschaftliche Normen innerhalb des Islam, so Digitalexpertin Ingrid Brodnig.Ebenfalls gewarnt wird vor dem Scheitern von Moderationsmechanismen, welche effektive Kontrolle der Inhalte erschweren.
Aktuell gibt es in Niederösterreich zwischen 25 und 50 Verdächtige, die möglicherweise Mitglieder einer terroristischen Vereinigung sind. Die Situation ruft nicht nur die Polizei, sondern auch die Politik auf den Plan. Experten fordern mehr Transparenz und eine Überarbeitung der Algorithmen, um der Radikalisierung entgegenzuwirken. Es sei entscheidend, dass sozialen Netzwerke wie TikTok in Europa stärker reguliert werden, um künftig ähnliche Vorfälle zu verhindern, wie sie zuletzt in Villach stattfanden.
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