Am 8. Jänner 2026 fand in Inzersdorf-Getzersdorf eine bedeutende Pressekonferenz zum Thema „Hybridmärkte als Zukunftsmodell der Nahversorgung“ statt. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Wolfgang Ecker, Präsident der Wirtschaftskammer NÖ, sowie Bürgermeister Ewald Gorth und Kauffrau Anita Hiesel standen im Mittelpunkt der Veranstaltung. Anita Hiesel hatte erst 2025 den Dorfladen übernommen und mit der Unterstützung der Gemeinde sowie der NAFES-Förderung einen umfassenden Relaunch durchgeführt.

Der Nah&Frisch Markt in Inzersdorf wurde seit dem 5. September 2025 als Hybridmarkt betrieben. Dieser bietet sowohl Möglichkeiten zur Bedienung als auch zur Selbstbedienung. Mikl-Leitner betonte die essenzielle Rolle von Nahversorgern für die Gemeinden und hob hervor, dass die Digitalisierung die Nahversorgung unterstützen, jedoch nicht ersetzen solle. Der Hybridmarkt wird zunehmend von allen Altersgruppen angenommen und stellt eine wichtige Schnittstelle für den lokalen Einkauf dar.

Förderungen und Unterstützung

In den letzten fünf Jahren hat das NAFES-Programm in Niederösterreich 37 Hybridmärkte gefördert, was einen Anteil von etwa 60 % der gesamten Förderung ausmacht. Insgesamt wurden seit 1998 im Rahmen der NAFES-Aktion 1.328 Projekte ins Leben gerufen, die mit 24,7 Millionen Euro an Fördermitteln und 130 Millionen Euro an Investitionen untersetzt wurden. Die Gemeinde Inzersdorf-Getzersdorf hat 71.000 Euro in das Hybridmodell investiert, wobei die NAFES-Förderung 30 % dieser Summe abdeckt.

Bürgermeister Ewald Gorth wies auf die Wichtigkeit der Nahversorgung für weniger mobile Bürger hin und unterstrich, dass der Zugang zu Nahversorgern für alle Gesellschaftsgruppen von großer Bedeutung sei. Wolfgang Ecker forderte eindringlich, die Regionalität zu fördern und lokale Einkäufe zu unterstützen. Mikl-Leitner appellierte an die Bevölkerung, den Nahversorger aktiv zu nutzen und dessen Vorteile zu erkennen.

Aktuelle Förderprojekte

Aktuell gibt es von 2024 bis 2026 in der NAFES-Förderschiene 106 Projekte, die mit über 1,5 Millionen Euro gefördert werden. Die gesamten Investitionen in diesen Zeitraum betragen über 5,4 Millionen Euro. Schwerpunkte der Förderung liegen auf Infrastrukturmaßnahmen und Nahversorgungsprojekten, die die Lebensqualität vor Ort verbessern sollen.

Parallel zur Entwicklung in Niederösterreich wird in Nordrhein-Westfalen das Regionalwirtschaftliche Programm (RWP) als zentrales Förderprogramm zur Stärkung der regionalen Infrastruktur und Schaffung von Arbeitsplätzen implementiert. Diese Maßnahmen sind Teil eines verfassungsrechtlichen Auftrags zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur und zielen darauf ab, Lebensverhältnisse in Deutschland zu verbessern. Die neue Förderperiode von 2022 bis 2027 umfasst diverse Schwerpunkte, darunter auch die Unterstützung gewerblicher Investitionen und den Ausbau wirtschaftsnaher Infrastrukturen.

Für weitere Informationen zu den Fördermöglichkeiten können Interessierte die Förderdatenbank konsultieren.