Israel erkennt Somaliland an: Historischer Schritt für Ostafrika!
Israel erkennt Somaliland an, was einen historischen Moment für die Region darstellt. Analysten diskutieren die Auswirkungen der Abraham-Abkommen.

Israel erkennt Somaliland an: Historischer Schritt für Ostafrika!
Israel hat heute, am 26. Dezember 2025, als erstes Land Somaliland in Ostafrika anerkannt. Diese bedeutsame Anerkennung wurde von Israels Premierminister Benjamin Netanyahu, Außenminister Gideon Saar und dem Präsidenten von Somaliland, Abdirahman Mohammed Abdullahi, feierlich unterzeichnet. Somaliland, das 1991 seine Unabhängigkeit von Somalia erklärte, hat seitdem international keine Legitimation erfahren. Der Schritt zur Anerkennung ist Teil der Bemühungen, die diplomatischen Beziehungen im Rahmen der Abraham-Abkommen auszubauen.
Abdullahi bezeichnete die Anerkennung als „historischen Moment“ und zeigte sich erfreut über die Aussicht auf eine strategische Partnerschaft zwischen Somaliland und Israel. Somaliland strebt an, den Abraham-Abkommen beizutreten, die bereits zur Normalisierung der Beziehungen zwischen Israel und mehreren arabischen Staaten geführt haben, darunter die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain, Marokko und der Sudan. Im Zuge dieser Entwicklungen gab Netanyahu bekannt, dass er Abdullahi nach Israel eingeladen hat, um die Neubildung der Beziehungen weiter voranzutreiben.
Die Abraham-Abkommen und ihre Bedeutung
Die Abraham-Abkommen, vor fast drei Jahren unterzeichnet, haben eine stabilisierende Wirkung auf den Nahen Osten und fördern Hoffnungen auf Frieden und Diplomatie. Diese Initiative wurde jüngst in einer Parlamentarischen Nahostrunde im Bundestag behandelt, organisiert von ELNET und dem Abraham Accords Institute. Diskutiert wurde in diesem Rahmen auch die Möglichkeit einer Normalisierung der Beziehungen zwischen Saudi-Arabien und Israel, was den Optimismus zuletzt verstärkt hat. Angesichts des Überfalls der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 steht die Zukunft der Abkommen vor neuen Herausforderungen.
Die Veranstaltung zielte darauf ab, den Dialog über die Chancen und Perspektiven der Abraham-Abkommen in dieser kritischen Lage aufrechtzuerhalten. Experten fordern eine neue europäische Agenda für den Nahen Osten und betonen die Notwendigkeit, die palästinensischen Interessen in die bestehenden Abkommen einzubeziehen. Dies könnte dazu beitragen, regionale Konflikte zu lösen und eine Zweistaatenlösung voranzutreiben.
Somaliland und seine geopolitische Rolle
Somaliland erstreckt sich über eine Fläche von circa 175.000 Quadratkilometern und liegt strategisch günstig am Eingang zum Roten Meer, gegenüber dem Jemen. Die Region hat sich im Vergleich zum benachbarten Somalia, das von Naturkatastrophen und den Angriffen der jihadistischen Shabab-Miliz betroffen ist, durch relative Stabilität ausgezeichnet. Somaliland verfügt über eine eigene Währung, Armee und Polizei und hat in den letzten Jahren Frieden und eine funktionierende Demokratie bewahrt.
Die Beziehungen zwischen Somaliland und Israel sind nicht neu. Bereits 1960 erkannte Israel Somaliland als eines der ersten Länder an. Historische Handelsverbindungen in der frühen Neuzeit existierten zwischen Somaliland, Aden, Dschibuti und Jerusalem, und es gab eine jüdische Gemeinde in Berbera. Heute teilen beide Länder Interessen in Bereichen wie maritime Sicherheit, regionale Stabilität und nachhaltige Entwicklung. Potenzielle Kooperationsfelder umfassen Wasserentsalzung, Agrartechnologie, digitale Infrastruktur und erneuerbare Energien.
Im Kontext der aktuellen geopolitischen Entwicklungen könnte die Anerkennung von Somaliland durch Israel als Teil einer breiteren Strategie zur Stärkung von Handels- und Sicherheitsbeziehungen im Horn von Afrika angesehen werden, wie somalilandtimes.com berichtet. Diese neue Partnerschaft könnte auch dazu beitragen, das Potenzial der Abraham-Abkommen über den Nahen Osten hinaus zu erweitern.