Ein ernsthafter Gülle-Unfall in einem tschechischen Betrieb hat die Thaya verunreinigt und betrifft die Stadtgemeinde Hardegg im Bezirk Hollabrunn. Die örtliche Feuerwehr hat seit fast einer Woche alle Hände voll zu tun, um die Wasserversorgung in der Gemeinde sicherzustellen, da Hardegg aktuell auf Wasser aus der Nachbargemeinde Langau im Bezirk Horn angewiesen ist. Um die Trinkwasserversorgung aufrechtzuerhalten, führt die Feuerwehr einen Pendelverkehr durch, bei dem täglich Wasser in Wassertanks transportiert wird.
Zehn Feuerwehren aus der Umgebung sind im Einsatz, wobei sieben Einsatzfahrzeuge dafür sorgen, dass genug Trinkwasser bereitgestellt wird. Die Feuerwehrleute waren in der vergangenen Woche täglich im Einsatz und haben jetzt den Einsatz auf einen Rhythmus von jeden zweiten Tag umgestellt. Bürgermeister Friedrich Schechtner (ÖVP) gibt an, dass die Wasserqualität sukzessiv zunehme und schon bald wieder der Zustand wie vor der Kontaminierung erreicht sein könnte. Die Trinkwasserversorgung sei während des gesamten Vorfalls nicht gefährdet gewesen, da Hardegg Wasser aus einem Nebenarm der Thaya beziehe.
Wasserproben und Sicherheitsvorkehrungen
Um die Wasserqualität kontinuierlich zu überprüfen, werden seit dem Vorfall Wasserproben alle zwei Stunden entnommen. Eine entscheidende Maßnahme ist die geplante Untersuchung durch ein anerkanntes Labor, das am Dienstag um 7 Uhr eine Probe entnehmen soll. Die Auswertung dieser Probe wird jedoch mindestens 48 Stunden in Anspruch nehmen, bevor eine Freigabe des Wassers erfolgen kann. Bezirksfeuerwehrkommandant Alois Zaussinger hat bereits angekündigt, dass die Pumpen- und Filteranlagen wieder in Betrieb genommen werden, sobald die Wasserqualität dies zulässt, was die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr weiter stärken könnte.
Die Feuerwehr ist nicht nur für die Einhaltung der Wasserqualität verantwortlich, sondern muss auch sicherstellen, dass bei Einsätzen keine Gefahr für die Trinkwasserversorgung besteht. Hier kommen spezielle **Systemtrenner** zum Einsatz, die nach den rechtlichen Vorgaben der DVGW Arbeitsblätter sowie der Trinkwasserverordnung arbeiten. Diese schützen das Trinkwasser vor Verunreinigungen durch Löschwasser. Laut den Richtlinien müssen alle Systeme, die zur Wasserentnahme verwendet werden, so konzipiert sein, dass keine nachteilige Beeinflussung der Wasserqualität möglich ist. Dies wird gemäß DIN EN 1717 für den Brandschutz gefordert.
Insgesamt zeigen die Maßnahmen der Feuerwehr und die schnelle Reaktion der Gemeinde, wie wichtig eine gut organisierte Krisenbewältigung ist, um die Wasserversorgung auch in Zeiten von Notfällen aufrechtzuerhalten. Die Bürger von Hardegg können sicher sein, dass alle notwendigen Schritte unternommen werden, um die Trinkwasserqualität zu schützen und die Versorgung so rasch wie möglich zu normalisieren.