Am 10. Februar 2026 wurde die 93-jährige Frau aus Kirchberg am Walde ins Landesklinikum Gmünd eingeliefert. Der Weitertransport ins Landesklinikum Zwettl verzögerte sich jedoch erheblich: Die Patientin wartete ganze sieben Stunden auf ihren Transport, obwohl bereits Blutkonserven für sie bereitstanden. Der so genannte „Sekundärnotarzttransport“ wurde um 13 Uhr angefordert, jedoch traf der Transportwagen erst um 20 Uhr ein. Thomas Steininger, Amtsleiter in Kirchberg, sieht die Verantwortung für diese Verzögerung bei der Landesgesundheitsagentur. Diese äußerte sich „zerknirscht“ und verwies auf die Johanniter als die (Spät-)Ausführenden des Transports, was die Situation weiter verkompliziert. Diese Vorfälle werfen ein Schlaglicht auf die derzeitige Lage der medizinischen Versorgung in der Region.
Die Sorge um den Gesundheitssektor in der Region wächst, besonders in Anbetracht der Kürzungen bei Leistungen am Landesklinikum Gmünd und den eingeschränkten Betriebszeiten von Abteilungen. Diese Umstände führen zu einer Besorgnis unter der Bevölkerung. Ein Beispiel für die Schwierigkeiten zeigt der Fall eines jungen Mannes, der sich beim Eislaufen in Kautzen verletzte und ins Landesklinikum Gmünd gebracht wurde. Für eine notwendige Operation in Horn war er auf einen Weitertransport angewiesen. Allerdings war das Rote Kreuz aufgrund der neuen Zuständigkeiten der Johanniter Unfallhilfe, die seit Jahresbeginn für Sekundärtransporte verantwortlich zeichnet, nicht in der Lage, diesen Transport durchzuführen. So musste der Verletzte etwa eineinhalb Stunden auf die Johanniter warten, bevor ihn diese nach Horn bringen konnten.
Ältere Menschen und Unsicherheit
Die Situation ist nicht nur für junge Patienten besorgniserregend. Eine ältere Dame aus Gmünd erwartete ebenfalls einen Krankentransport nach St. Pölten, der sich aufgrund schlechter Witterungsverhältnisse verspätete. Diese Ereignisse verdeutlichen, dass insbesondere ältere Menschen in ländlichen Gebieten von der Unsicherheit bezüglich der Gesundheitsversorgung betroffen sind. Oft mangelt es an der nötigen Erreichbarkeit von ärztlichen Versorgungen. Das liegt an der geringen Bevölkerungsdichte und den großen Einzugsbereichen für medizinische Leistungserbringer, so die Einschätzung der bpb.de.
Die Abteilungen im Landesklinikum Gmünd haben bereits Maßnahmen ergriffen, um die Versorgung aufrechtzuerhalten. Die Abteilung für Orthopädie und Traumatologie wird inzwischen hausübergreifend betrieben, während die Abteilung für Chirurgie am Standort Zwettl zusammengeführt wird. Ab 1. Jänner 2026 sollen in Gmünd nur geplante, nicht dringliche operative Eingriffe durchgeführt werden. Notfälle sollen in der rund um die Uhr geöffneten Notfallambulanz versorgt werden, was jedoch bei den entsprechenden Einsätzen immer noch zu Wartezeiten führen kann.
Forderungen nach Verbesserung
Politische Vertreter fordern Maßnahmen, um die medizinische Versorgung in der Region zu verbessern. So beklagen ÖVP-Abgeordnete die langen Wartezeiten und verlangen schnellere Transporte in die entsprechend ausgestatteten Krankenhäuser. Die SPÖ hingegen sorgt sich um einen schleichenden Abbau der medizinischen Versorgung im Bezirk Gmünd. Der Verein LKGmündbleibt sieht ebenfalls eine Gefährdung der Menschen im ländlichen Raum durch diese Entwicklungen und kritisiert die Vergabe von Sekundärtransporten an einen Anbieter, der keine flächendeckende Versorgung sicherstellen kann.
In ländlichen Regionen, wie sie auch in dem Kontext von meinbezirk.at betrachtet wird, fehlt es häufig an spezialisierten Versorgungsleistungen. Die Bedarfsplanung wird durch Richtlinien der ärztlichen Selbstverwaltung geregelt, allerdings ist der Zugang zu spezialisierten Bereichen stark eingeschränkt. Innovative Versorgungsmodelle sind dringend notwendig, um die Herausforderungen der medizinischen Versorgung in ländlichen Gebieten zu meistern und sicherzustellen, dass alle Bürger, unabhängig von ihrem Wohnort, qualitativ hochwertige Gesundheitsdienstleistungen erwarten können.