
Ein dramatischer Arbeitsunfall ereignete sich am Freitagmorgen auf einer Baustelle im Bezirk Gänserndorf, Niederösterreich. Ein 49-jähriger slowakischer Bauarbeiter stürzte von einer Hebebühne und erlag noch am Unfallort seinen schweren Verletzungen. Der Absturz erfolgte aus einer Höhe von rund 30 Metern. Trotz sofortiger Rettungsversuche konnte dem Arbeiter nicht mehr geholfen werden. Das Arbeitsinspektorat wurde umgehend über den Vorfall informiert und wird die genauen Umstände des Unfalls untersuchen.
Unfallursachen und Sicherheitsaspekte
Unfälle bei der Benutzung von Hubarbeitsbühnen sind häufig. Der Operator der Hebebühne könnte möglicherweise einem der häufigsten Risikofaktoren zum Opfer gefallen sein: Fehlverhalten bei Bedienung und Nutzung. Laut einem neuen Infoportal, das von der BGHW in Zusammenarbeit mit mehreren Institutionen veröffentlicht wurde, wird auf die Gefahren beim Umgang mit fahrbaren Hubarbeitsbühnen hingewiesen. Besonders kritisch sind Abstürze aus dem Arbeitskorb, die häufig durch Überlehnen oder Übersteigen des Geländers verursacht werden.
Das Infoportal enthält rund 60 Themenseiten, 170 Bildmaterialien und 70 Videos, die insbesondere Verantwortliche in Unternehmen über die Risiken informieren sollen. Es wird empfohlen, vor dem Einsatz die Verkehrswege gründlich zu prüfen und persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz zu nutzen.
Statistiken und Trends in der Baubranche
Der tragische Vorfall ist Teil eines größeren Problems. Jedes Jahr ereignen sich in Deutschland über 700.000 Arbeitsunfälle, von denen die Baubranche eine der höchsten Raten an tödlichen Unfällen aufweist. Im Jahr 2021 wurden beispielsweise 56 Arbeitsunfälle pro 1.000 Mitarbeiter registriert, was eine Wahrscheinlichkeit von 5,6 % für einen Arbeitsunfall pro Jahr bedeutet. Im Durchschnitt gibt es täglich über 320 Unfälle auf Baustellen, wobei jede vierte Woche ein tödlicher Vorfall gemeldet wird.
Laut Statistiken sind Abstürze die häufigste Ursache für tödliche Arbeitsunfälle, die 43 % aller Todesopfer auf Baustellen ausmachen. Die am häufigsten vorkommenden Verletzungen sind Prellungen, Verstauchungen und Quetschungen. Technische, organisatorische und personenbezogene Maßnahmen sind entscheidend, um solche Unfälle zu verhindern. Dazu gehört auch die Bereitstellung sicherer Arbeitsmittel und die Qualifizierung des Personals, insbesondere für den Umgang mit gefährlichen Maschinen.
Der Unfall des slowakischen Bauarbeiters wird nicht nur als tragisches Ereignis in Erinnerung bleiben, sondern wirft auch ein Schlaglicht auf die dringende Notwendigkeit, Sicherheitsstandards auf Baustellen zu verbessern und die Gefahren beim Arbeiten in der Höhe ernst zu nehmen.
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