Ein gewaltsamer Überfall auf eine Juwelierin in Seitenstetten Ende März 2023 hat zu zahlreichen Festnahmen innerhalb einer kriminellen Bande geführt. Die Staatsanwaltschaft St. Pölten hat gegen mehrere Rumänen Anklage erhoben, die wegen einer Vielzahl von Eigentumsdelikten verantwortlich gemacht werden.
Im Prozess, der nun stattfindet, stellten sich vier der angeklagten Männer im Alter von 26 bis 32 Jahren den Vorwürfen. Der 28-jährige Hauptbeschuldigte versuchte, seine Rolle in der Bande zu minimieren und weinte, als er bestritt, der Anführer zu sein. In Korrelation mit früheren Aussagen ihrer Komplizen gaben die übrigen Bandenmitglieder zu, dass er die Überfälle geplant und organisiert habe. Sie berichteten, dass er sie zu den Tatorten begleitet und sie unter Druck gesetzt habe, das Delikt auszuführen.
Gewaltsamer Überfall auf die Juwelierin
Für die 46-Jährige wurde dieser Überfall zu einem Albtraum. Die Täter gingen mit brutaler Gewalt vor, schlugen sie nieder, fesselten ihr die Hände und banden sie an eine Werkbank. Sie durchsuchten das Geschäft und entkamen mit einem Beutewert von rund 16.000 Euro. Ein Gutachten bestätigte, dass die Frau einen schweren Schock erlitt und an einer posttraumatischen Störung leidet. "Ich hatte nur Angst um mein Leben", so die Juwelierin während ihrer Aussage.
Im Verlauf des Verfahrens begannen einige der Angeklagten, die ursprünglichen belastenden Aussagen zu revidieren. Der Anwalt eines der Angeklagten, Constantin Nitu, behauptete, seine Klienten seien zu Unrecht belastet worden. Einige der Bandenmitglieder hatten zunächst zugegeben, dass der 28-Jährige sie direkt angestiftet hatte, jetzt jedoch behaupten sie, dass sie keine Anweisungen erhalten hätten. "Zu mir kann keiner kommen und sagen, `Das musst du machen`!" sagte einer der Angeklagten während des Prozesses.
Verbindungen zu weiteren Verbrechen
Die Gruppe wird darüber hinaus mit einer hohen Anzahl an Einbruchdiebstählen in Verbindung gebracht, wobei sie hauptsächlich in den Bezirken Amstetten und Melk aktiv war. Die Staatsanwaltschaft hat für diese Vergehen einen Gesamtschaden von fast 400.000 Euro ermittelt. Zwei Angeklagte stehen zudem wegen schweren Betrugs in der Kritik. Das Gericht, geleitet von Richter Gregor Adamovic, hat die Verhandlung auf November vertagt, um weitere Beweise zu sammeln.
Für mehr Informationen über die laufende Berichterstattung zu diesem Fall besuchen Sie www.meinbezirk.at.
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