Die Wälder im Bezirk Amstetten stehen derzeit im Fokus der Aufsicht, da die Sommerhitze eine massenhafte Vermehrung des Borkenkäfers begünstigt hat. Fritz Hinterleitner, der Leiter der Bezirksforstinspektion, und seine drei Förster überwachen aktiv die Situation. „Ein Kollege hat ständigen Blick auf die Wälder vom Sonntagberg aus. Käferbäume erkennt man oft an der rötlichen Färbung der Wipfel. Wenn man einen sieht, sind meist mehrere in der Nähe betroffen“, erklärte Hinterleitner.
In der Gemeinde Kematen musste beispielsweise die Firma Mondi zahlreiche Fichten auf ihrem Grundstück fällen, um eine weitere Ausbreitung der Schädlinge zu verhindern. Besonders bedauerlich ist, dass auch Bäume, die als Bioindikatoren zur Überwachung der Luftqualität dienen, betroffen sind. „Die gute Nachricht ist, dass es in diesem Bereich seit Jahren keine Grenzwertüberschreitungen mehr gibt, was auf die saubere und umweltfreundliche Arbeitsweise der Papierindustrie hinweist“, so Hinterleitner.
Merkmale und Auswirkungen des Befalls
Befallene Fichten zeigen unterschiedliche Merkmale, abhängig von der Art des Borkenkäfers. Der Buchdrucker sorgt dafür, dass die mittleren Äste absterben und die Rinde abblättert, während der Wipfel zunächst grün bleibt. Der Kupferstecher hingegen befällt den oberen Teil des Baumes, was zu einer rötlichen Verfärbung führt. Im Holz der gefällten Bäume sind die Fraßgänge gut sichtbar, was die Nutzung des Holzes für hochwertige Produkte stark einschränkt und einen Wertverlust von etwa 25 bis 30 Prozent nach sich zieht.
Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, müssen befallene Bäume zügig gefällt und aus den Wäldern entfernt werden. Die Forstbehörde erlässt in solchen Fällen Bescheide mit einer meist zwei- bis dreiwöchigen Frist. „Wir möchten vermeiden, dass bei eventuell warmen Herbsttagen die Käfer ausschwärmen und noch mehr Bäume befallen“, so Hinterleitner weiter.
Positiv zu vermerken ist, dass der Käferbefall in diesem Jahr nicht drastisch ausgefallen ist, wofür die kühlen und nassen Bedingungen im Frühjahr verantwortlich sind. Dennoch bleibt die Mehrheit der Fichtenwälder, die über 50 Prozent ausmachen, unter Beobachtung. Angesichts des Klimawandels wird jedoch empfohlen, robustere Baumarten wie Eichen und Buchen zu pflanzen, die eine bessere Sturmsicherheit bieten und tiefer wurzeln.
Förderungen für nachhaltige Waldwirtschaft
Die Waldbesitzer sind sich der Problematik bewusst und bemühen sich aktiv, befallene Bäume zu entfernen. Kommt es jedoch vor, dass behördliche Anordnungen ignoriert werden, können Verwaltungsstrafen und im Extremfall eine Zwangsmaßnahme zur Baumfällung folgen, wobei die Kosten für die Fällarbeiten dem Waldbesitzer aufgebürdet werden.
Interessanterweise zeigt die Natur ein starkes Zeichen der Fruktifikation: Eichen und Buchen tragen in diesem Jahr überdurchschnittlich viele Früchte, was in der Fachsprache als starke Fruktifikation bezeichnet wird. Diese ist in letzter Zeit häufiger zu beobachten und könnte mit den klimatischen Veränderungen zusammenhängen. Für die Wildtiere ist dies eine positive Entwicklung, da es ihre Nahrungsressourcen bereichert.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Situation in den Wäldern des Bezirks Amstetten ernst genommen wird, und eine proaktive Herangehensweise nötig ist, um die Schäden durch den Borkenkäfer zu minimieren. Umfassende Informationen und weiterführende Details sind in dem Artikel auf www.noen.at zu finden.
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