Nachhilfekosten explodieren: Eltern zahlen jetzt 800 Euro im Jahr!
Die Kosten für Nachhilfe steigen 2025 auf 800 Euro, während 31% der Schüler Unterstützung benötigen. Reformen sind gefordert.

Nachhilfekosten explodieren: Eltern zahlen jetzt 800 Euro im Jahr!
Die Kosten für Nachhilfe haben im Schuljahr 2025 einen neuen Höchststand erreicht. Laut Krone bezahlen Eltern im Durchschnitt 800 Euro für Nachhilfe, was einen signifikanten Anstieg im Vergleich zu den 360 Euro im Jahr 2021 darstellt. Die kontinuierlich steigenden Ausgaben belasten viele Familien und zeigen eine besorgniserregende Entwicklung im Bildungssystem.
In der heutigen Zeit benötigen 31% der Kinder und Jugendlichen Nachhilfe, wobei tatsächlich nur 18% auf bezahlte Angebote zurückgreifen können. Besorgniserregend ist, dass etwa 45.000 Schüler Unterstützung benötigen, sich diese aber nicht leisten können. Besonders ausgeprägt ist die Nachfrage nach Nachhilfe in AHS-Oberstufen, wo fast die Hälfte der Schüler Unterstützung sucht. Bei den Volksschulen liegt dieser Anteil hingegen nur bei 22%.
Entwicklung der Nachhilfekosten
Vor 15 Jahren lag der Anteil der Schüler, die Nachhilfe benötigten, lediglich bei 20%. Aktuell zeigen die Zahlen, dass 10% der Schüler sogar während der Sommerferien Nachhilfe in Anspruch nehmen, was im Schnitt zusätzlich 450 Euro kostet. Die Notwendigkeit von Nachhilfe wird umso deutlicher, da ein Drittel der Eltern angibt, dass der Unterrichtsstoff nicht ausreichend verstanden wurde.
Zwei Drittel der Nachhilfestunden entfallen auf Mathematik, was auf die Herausforderungen in diesem Fachgebiet hinweist. Im Vergleich zum Vorjahr sind die durchschnittlichen Ausgaben für Nachhilfe um 50 Euro gestiegen. Gleichzeitig fühlen sich 75% der Eltern zeitlich unter Druck und 79% der Schüler benötigen gelegentlich Hilfe von ihren Eltern, 25% sogar täglich.
Nachhilfe als Marktentwicklung
Die Nachfrage nach Nachhilfe steht in einem Spannungsfeld zwischen unzureichenden schulischen Supportstrukturen und einem prosperierenden privaten Nachhilfemarkt. Laut einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung hat sich Nachhilfe zu einem Parallelsystem entwickelt. Die Untersuchung beleuchtet sowohl historische als auch aktuelle Entwicklungen des privatwirtschaftlich organisierten Nachhilfemarktes.
Die Studie zeigt, dass Nachhilfe aus einer ursprünglich zeitlich begrenzten Lernbegleitung zur Ausgleichung schulischer Defizite entstanden ist. Heute besteht ein Markt mit beträchtlichen Umsätzen, der soziale Selektivität aufweist und in direktem Verhältnis zum Schulsystem steht.
Forderungen nach Schulreformen
In Anbetracht dieser Entwicklungen fordern Experten Investitionen in ganztägige Schulangebote und mehr Mittel für Schulen zur Beschaffung von Materialien. Auch eine Reform des Mathematikunterrichts wird diskutiert, um den Bedürfnissen der Schüler besser gerecht zu werden.
Die Herausforderungen im Bereich Nachhilfe stellen nicht nur eine finanzielle Belastung für Familien dar, sondern werfen auch Fragen zu den Strukturen des Bildungssystems auf. Der Markt für Nachhilfe wird in Zukunft weiter wachsen, wie auch die Ausgaben, die laut Statista in den Jahren kontinuierlich angestiegen sind.