Der Geschäftsführer von Culligan Austria, Robert Stolz, hat betont, dass Nachhaltigkeit nicht als Marketingmaßnahme, sondern als integraler Bestandteil der Unternehmensstrategie verstanden werden muss. In einem Interview erläuterte Stolz, dass sein Unternehmen nicht nur in nachhaltige Praktiken investiert, sondern dabei auch ökonomisch wächst. Ein Beispiel hierfür sind die leitungsgebundenen Wasserspender, die den Verzicht auf abgefülltes Wasser ermöglichen und gleichzeitig den Wasserverbrauch vor Ort filtern. Diese Technologie sorgt dafür, dass Nutzer Wasser in der gewünschten Temperatur sowie mit oder ohne Kohlensäure erhalten können. Laut Stolz hat Culligan das Ziel, eine umfassende CSR-Strategie zu verfolgen, die Maßnahmen zur Emissionsreduktion, Zero Waste und soziale Projekte umfasst.

Ein weiterer wichtiger Bereich für Stolz ist die E-Mobilität, da die Logistik als bedeutender Hebel für die Nachhaltigkeitsziele angesehen wird. Culligan setzt bereits 69 vollelektrische Fahrzeuge ein, darunter einen elektrischen 40-Tonnen-Schwerlaster für die Lieferung von Alpenwasser. Das Unternehmen hat für 2025 ein Ziel von 60.000 Litern eingespartem Diesel pro Jahr ausgegeben. Tatsächlich wurde bereits im Jahr 2025 mit 60.551 Litern ein überaus positiver Beitrag geleistet. Des Weiteren zwingt das Engagement für eine Zero Waste-Politik das Unternehmen dazu, Einwegmaterialien abzulehnen und stattdessen Mehrwegtücher zu verwenden. Digitalisierte Werkzeuge sowie IoT-Anwendungen werden eingesetzt, um Routen zu planen und den Servicebedarf zu melden.

Nachhaltigkeit in der Bildung fördern

Ein Bestandteil der nachhaltigen Entwicklung, den Stolz hervorhebt, ist die Zusammenarbeit mit Schulen zur Ausstattung mit Wasserspendern. Dies soll das Refill-Prinzip fördern und ein Bewusstsein für nachhaltige Trinkgewohnheiten bei der jungen Generation schaffen. Laut Leadersnet steht Nachhaltigkeit fest in der Firmenkultur verankert; die E-Flotte wurde bereits vor mehreren Jahren eingeführt. Stolz äußert sich zudem kritisch zu neuen Einwegpfandsystemen, die er als „Alibi-Lösung“ ansieht und fordert wirksame politische Rahmenbedingungen zur Reduzierung von Einwegprodukten. In Österreich werden jährlich rund 700 Millionen Liter Wasser in Einweg-PET-Flaschen abgefüllt, was verstärkt in die Diskussion über Recycling und nachhaltige Lösungen einfließt.

Die Entwicklungen rund um Nachhaltigkeit sind nicht nur in Österreich von Bedeutung, sondern ziehen sich durch ganz Europa. So zeigt eine Analyse von bpb.de, dass im Verkehrssektor Deutschlands im Jahr 2019 etwa 165 Millionen Tonnen CO2 ausgestoßen wurden, ein Wert, der fast auf dem Niveau von 1990 liegt. Um die Klimaziele zu erreichen, muss eine Reduktion auf 85 Millionen Tonnen CO2 bis 2030 erfolgen. Die Herausforderungen bleiben jedoch hoch: Neben der begrenzten Reichweite und den hohen Kosten von Elektrofahrzeugen stehen auch Lücken in der Ladeinfrastruktur einer breiteren Umsetzung entgegen. Der Marktanteil von Elektro- und Hybridfahrzeugen stieg zwar, bleibt jedoch insgesamt gering.

Verkehrswende als Schlüssel zur Nachhaltigkeit

Die Transformation der Mobilitätsbranche ist entscheidend für die Erreichung der Klimaziele. Initiativen wie das Prinzip der kurzen Wege, Car-Sharing und der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, wie sie auf Fraunhofer ISE dargelegt sind, könnten hier eine Rolle spielen. Dennoch sind weitere technische Innovationen und alternative Antriebsarten vonnöten. Der motorisierte Individualverkehr bleibt aufgrund von räumlicher Zersiedlung und steigenden Pendelwegen dominant, was eine tiefgreifende Verkehrswende unumgänglich macht. Um der Herausforderung des Klimawandels zu begegnen, sind beispielsweise eine Kombination aus Verkehrsvermeidung, -verlagerung und Effizienzsteigerung notwendig.

In den kommenden Jahren wird es daher nicht nur darauf ankommen, die bestehende Infrastruktur anzupassen, sondern auch innovative Ansätze zu fördern, um die Klima- und Umweltziele zu erreichen. Während Unternehmen wie Culligan aktiv an diesen Veränderungen arbeiten, bleibt die Politik gefordert, geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen, um eine nachhaltige Mobilität im Alltag zu verankern.