Am 6. Dezember 2025 wurde ein offener Brief an Vizekanzler Andreas Babler und mehrere Bundesminister veröffentlicht. Der Brief, der zum Tag des Ehrenamts verfasst wurde, richtet sich mit einem eindringlichen Appell zur Stärkung des freiwilligen, sozialen Mentorings an die österreichische Bundesregierung. Österreich wird als eines der engagiertesten Länder Europas hervorgehoben, in dem jede zweite Person ab 15 Jahren freiwillig aktiv ist. Dennoch wird Mentoring, das als wichtiger Bestandteil der sozialen Infrastruktur gilt, oft als unterfinanziert und gesellschaftlich unterschätzt wahrgenommen.

Der Brief betont die Bedeutung des freiwilligen Engagements als kulturelles Gut, das generationenübergreifend verbindet. Besonders hervorgehoben wird die Notwendigkeit, Mentoring im kulturpolitischen Rahmen besser zu verankern. In diesem Kontext bitten die Unterzeichner um eine Anerkennung und Stärkung des sozialen Ehrenamts als Kulturpraxis.

Forderungen an die Bundesregierung

Direkt an verschiedene Minister richten sich spezifische Forderungen. Ökonews erwähnt, dass Bundesministerin Korinna Schumann auf die Bedeutung von Mentoring als sozialen Schutzfaktor für junge Menschen hinweist, die unter Einsamkeit und psychischen Herausforderungen leiden. Die Forderung an sie ist die strukturelle Förderung sozialer Mentoringprogramme als präventive Maßnahme.

Darüber hinaus wird Bundesminister Wolfgang Hattmansdorfer aufgefordert, Programme zu unterstützen, die Jugendlichen helfen, den Übergang von der Schule in die Arbeitswelt zu schaffen. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass Mentoring als sinnvolle Ergänzung des Bildungssystems angesehen wird, das individuelle Unterstützung bietet. Auch wird Bundesminister Christoph Wiederkehr um die Verankerung von sozialem Mentoring als Teil der modernen Bildungsentwicklung gebeten.

Gemeinsame Anliegen der Mentor*innen

Übergreifend wird die Schaffung einer eigenen Förderlinie für Mentoringprogramme gefordert sowie die Integration von Mentoring in relevante Strategien, darunter Bildung, Soziales, Jugend und Arbeitsmarkt. Die Unterzeichner des Briefes betonen die langfristige Absicherung von Programmen, die das Potenzial haben, positive Lebenswege zu beeinflussen und fordern eine sichtbare Anerkennung des Engagements von Mentor*innen.

Dank wurde allen Mentor*innen ausgesprochen, die ihr Engagement und ihre Zeit in die Unterstützung anderer investieren. Die politischen Entscheidungsträger wurden aufgerufen, das Potenzial des Mentorings aktiv zu nutzen und zu fördern.

In Deutschland hingegen wurde von der Bundesregierung betont, wie wichtig das Ehrenamt in Krisen und Naturkatastrophen ist. Staatsministerin für Sport und Ehrenamt erwähnt, dass Millionen von Menschen in unterschiedlichen Bereichen aktiv sind, wie etwa im Rettungsdienst, im Umweltschutz oder in der Kommunalpolitik. Der Koalitionsvertrag sieht Maßnahmen zur Stärkung des Ehrenamts vor, darunter die Anhebung der Ehrenamtspauschale und Bürokratieabbau für Vereine.

Die Vielfalt des ehrenamtlichen Engagements fördert den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Demokratie. Besonders in der sozialen Arbeit spielen ehrenamtliche Tätigkeiten eine zentrale Rolle. Laut den Informationen von Living Quarter ermöglichen freiwillige Helfer*innen den Erhalt und Ausbau von Dienstleistungen, insbesondere in Bereichen mit begrenzten öffentlichen Mitteln.

Insgesamt wird deutlich, dass sowohl in Österreich als auch in Deutschland die Stärkung und Sichtbarkeit von ehrenamtlichem Engagement von größter Bedeutung sind. Das Mentoringsystem wird in diesem Kontext als wertvolle Ressource angesehen, um benachteiligte Gruppen zu unterstützen und die Lebensqualität von Menschen in schwierigen Lebenslagen zu verbessern.