Am Sonntag, dem 8. Februar 2026, erlebte die Stadt Baden bei Wien einen erheblichen Stromausfall, der gegen 16:33 Uhr begann. Betroffen waren rund 2000 Haushalte, ungefähr die Hälfte des Stadtgebiets. Viele Bürger und Unternehmen mussten auf elektrische Versorgung verzichten, was zu einer angespannten Situation führte. Die Stadtpolizei Baden nutzte Facebook, um den betroffenen Bürgern Informationen zukommen zu lassen und um Ruhe zu bitten, während Techniker der Wiener Netze an der schnellen Behebung des Problems arbeiteten.

Obwohl die Reparaturarbeiten bereits über eine Stunde andauerten, war die genaue Dauer der Störung zu diesem Zeitpunkt nicht klar. Die Wiener Netze hatten auch noch keine Prognose zur Wiederherstellung des Stromnetzes abgegeben. Laut der ersten Einschätzung war ein Kurzschluss die Ursache für den Blackout.

Herausforderungen für die Stromversorgung

Die Vorfälle in Baden werfen die Frage nach der allgemeinen Verlässlichkeit der Stromversorgung in Österreich auf. Eine Studie, die vom Österreichischen Parlament in Auftrag gegeben wurde, beschäftigt sich mit der „Sicheren Stromversorgung und Blackout-Vorsorge in Österreich“. Diese wurde von Juni 2021 bis Jänner 2022 vom Institut für Technikfolgen-Abschätzung an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften durchgeführt.

Die Studie hebt hervor, dass der steigende Energieverbrauch sowie die Energiewende zu strukturellen Veränderungen im Stromversorgungsnetz führen. Auch wenn die Zuverlässigkeit der Stromversorgung in Österreich traditionell hoch ist, liegen zukünftige Herausforderungen in der Sicherstellung steuerbarer Kapazitäten und der Anpassung an das sich verändernde Klima. Naturkatastrophen oder technische Fehler können zu Kaskadeneffekten führen, die größere, überregionale Ausfälle nach sich ziehen.

Übliche Ursachen für Stromausfälle

Blackouts gelten als HILP-Events (High Impact Low Probability) mit hohem Schadenspotenzial. Die Ursachen für solche Störungen sind vielfältig und können sowohl aus menschlichen Fehlern als auch aus technischen Defekten oder Naturkatastrophen resultieren. Seit den 1950er Jahren blieb Österreich von größeren Blackouts verschont, jedoch ist die Sensibilisierung für die damit verbundenen Risiken insbesondere durch die Auswirkungen des Klimawandels gestiegen.

Die aktuelle Situation in Baden zeigt, wie wichtig Notfallpläne und eine stabile Infrastruktur für die Gesellschaft sind. Maßnahmen zur Prävention beinhalten eine umfassende Evaluierung der Regelleistung und die Integration von Flexibilitätslösungen, um auf zukünftige Herausforderungen besser vorbereitet zu sein.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Ereignisse in Baden ein wichtiges Warnsignal darstellen, das die Notwendigkeit verstärkt, sich mit den Risiken der Stromversorgung und den Maßnahmen zur Sicherstellung einer stabilen Energieversorgung auseinanderzusetzen. Dies wird in einer sich wandelnden energetischen Landschaft umso wichtiger, da Österreich bis 2030 plant, den Stromverbrauch bilanziell zu 100 % aus erneuerbaren Energiequellen zu decken.

Für weitere Informationen zu den Ursachen und Präventionsmaßnahmen rund um Blackouts in Österreich, siehe die Berichte von oe24 und Krone, sowie die umfassende Studie von ÖAW.