Ghislaine Maxwell, die ehemalige Komplizin von Jeffrey Epstein, hat am Montag die Aussage vor einem US-Repräsentantenhaus-Ausschuss verweigert. Laut Krone erklärte sie, nur auszusagen, wenn sie von US-Präsident Donald Trump begnadigt werde. Maxwell, die aufgrund ihrer Rolle im sexuellen Missbrauch von minderjährigen Mädchen 2021 zu 20 Jahren Haft verurteilt wurde, war für den Ausschuss per Video aus dem Gefängnis zugeschaltet worden.

Die Anhörung fand im Kontext der Veröffentlichung von Millionen interner Dokumente durch das US-Justizministerium statt, die Beweise und Zeugenaussagen enthalten, die sich mit Epsteins Missbrauchsring befassen. Maxwell entschied sich, von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch zu machen und wollte lediglich eine vorbereitete Erklärung verlesen, anstatt den Fragen der Ausschussmitglieder zu antworten. Dies steht im Widerspruch zu einem früheren Verhalten, bei dem sie einige Anschuldigungen bestritten hatte, so n-tv.

Der Kontext der Anhörung

Die Veröffentlichung der Akten erfolgt vor dem Hintergrund, dass kein Mann aus Epsteins Umfeld bislang rechtliche Konsequenzen erlitten hat, seitdem Epstein 2019 in seiner Gefängniszelle Suizid beging. Maxwell spielte eine zentrale Rolle im Aufbau des Missbrauchsrings, der über Jahre hinweg unzählige junge Frauen und Minderjährige ins Visier nahm. Die Enthüllungen in den Dokumenten haben zudem Druck auf US-Handelsminister Howard Lutnick ausgeübt, dessen frühere Kontakte zu Epstein von Kongressabgeordneten wie Thomas Massie kritisiert werden. Massie forderte Lutnicks Rücktritt, da dieser 2005 bekannt gegeben hatte, den Kontakt zu Epstein abgebrochen zu haben und bestritt, danach nennenswerten Kontakt gehabt zu haben Krone.

Maxwell, die 2022 in New York verurteilt wurde, hat sich in der Vergangenheit dahingehend geäußert, dass Ex-US-Präsident Bill Clinton nie auf Epsteins Karibikinsel Little St. James gewesen sei, was im Widerspruch zu den Aussagen von Trump steht, der Epstein lange Zeit zur High Society zählte. Trump bezeichnete Maxwell als „herzlich und nett“ und betonte, dass er sich ihr gegenüber nie unangemessen verhalten habe Tagesschau.

Weitere Entwicklungen und Forderungen

In der jüngsten Anhörung berief sich Maxwell auf den US-Verfassungszusatz, der es ihr erlaubt, sich nicht selbst zu belasten. Ihre Anwälte hatten auch rechtliche Immunität für ihre Aussage gefordert, was jedoch abgelehnt wurde. Der Druck auf Trump, alle Ermittlungsdokumente zu Epstein offenzulegen, wächst, da er bisher sein Wahlversprechen in dieser Hinsicht nicht erfüllt hat. Beobachter sehen Trumps Bemühungen zur Schaffung von mehr Transparenz als eine mögliche Ablenkungsmaßnahme Tagesschau.

Die Situation rund um Maxwell und die Epstein-Affäre bleibt angespannt und wird weiterhin intensiv verfolgt, insbesondere im Hinblick auf die rechtlichen Konsequenzen für die beteiligten Personen und die Forderung nach Gerechtigkeit für die Opfer.