Am 19. Jänner 2026 erlebten Österreicher ein faszinierendes Naturschauspiel: Polarlichter erstrahlten in intensiven Farben über dem Nachthimmel, beginnend ab 22 Uhr. Leser berichteten von einer „magischen“ Atmosphäre, während die „Österreichische Unwetterzentrale“ die Sichtungen bestätigte. Die Farben der Polarlichter variierten zwischen Grün, Violett und Rot. Besonders hoch gelegene Webcams ermöglichten beeindruckende Aufnahmen, während einige Beobachter aufgrund von Nebel leider leer ausgingen. Trotz der abnehmenden Sonnenaktivität gibt es laut Experten von „GeoSphere Austria“ weiterhin Möglichkeiten für derartige Sichtungen, auch nachdem das maximum an Sonnenaktivität überschritten ist.

Die Polarlichter der vergangenen Monate sind nicht die ersten ihrer Art in Österreich. Frühere Sichtungen brachten Lichter im November 2025, Mai 2024, Oktober 2024 und November 2023 hervor. Dieses Phänomen wird durch die Sonnenaktivitäten beeinflusst, die in einem aktuellen Szenario eine zentrale Rolle spielt.

Starker Sonnensturm als Auslöser

Am selben Abend, an dem die Polarlichter beobachtet wurden, erreichte ein starker Sonnenstrahlungssturm die Erde. Dieser Sonnensturm gilt als der heftigste seit mehr als 20 Jahren und wurde durch einen koronalen Massenauswurf (CME) vom 18. Jänner 2026 ausgelöst. Der Flare der Klasse X1.9 wurde von der aktiven Sonnenregion 4341 aufgezeichnet und führte zu einer Klassifizierung des Sturms unter der Warnstufe „S4“ um 20 Uhr. Dies deutet auf die hohe Intensität des Sturms hin. Erste Polarlichter im Alpenraum wurden bereits ab 21:30 Uhr gesichtet.

Ein solch intensiver geomagnetischer Sturm kann jedoch auch negative Auswirkungen haben. Warnungen wurden an Fluglinien ausgegeben, da die Strahlung die Flugrouten und die Kurzwellen-Kommunikation in den Polarregionen beeinträchtigen kann. Biologische Strahlenbelastungen für Astronauten und Passagiere in hochfliegenden Flugzeugen, Probleme bei Satellitenoperationen und Kommunikationsausfälle sind nur einige der möglichen Folgen.

Prognosen für den 20. Jänner und darüber hinaus

Nach Prognosen des NOAA Space Weather Prediction Center wird am 20. Jänner 2026 ein schwerer geomagnetischer Sturm der Klasse G4 erwartet. Ein weiterer Einschlag von geladenen Sonnen-Teilchen wird für die frühen Morgenstunden (1 Uhr UTC) antizipiert. Die Polarlichter könnten dabei bis zum 45. Breitengrad sichtbar werden. Die prognostizierten Sturmlevel reichen von G3 bis G4, mit möglichen Spitzenwerten bis zu Kp = 8–9.

Die Auswirkungen eines G4-Sturms können dabei erheblich sein. Dazu zählen intensive Polarlichter bis in mittlere Breiten, Spannungsschwankungen in Stromnetzen und mögliche GPS-Störungen in höheren Breiten. Auch die Zahl der HF-Blackouts könnte in den betroffenen Regionen steigen.

Polarlicht-Jäger sollten also gut vorbereit sein. Dark, abgelegene Plätze sind ideal, und die besten Zeiten für Beobachtungen sind ab Sonnenuntergang, mit einem Höhepunkt zwischen 22 und 02 Uhr. Eine Kamera mit Stativ und warme Kleidung könnten die Sichtung noch unvergesslicher machen.

Für aktuelle Informationen und Echtzeitupdates sind die offiziellen Quellen NOAA und sonnen-sturm.info empfehlenswert.