Wintersportler in den Alpen sind aktuell einer erhöhten Gefahr durch Lawinen ausgesetzt. Die Experten raten dazu, die Lawinenlageberichte sorgfältig zu lesen und mögliche Risiken zu vermeiden. Diese Warnung gilt insbesondere für Ski-Fahrer, Schneeschuhwanderer, Freerider, Splitboarder und Winterbergsteiger. Johanna Trauner-Karner, die Leiterin der KFV-Fachabteilung Sport- und Freizeitsicherheit, hebt die Bedeutung des eigenen Sicherheitsbewusstseins hervor. Bei einer Warnstufe von 3, die als „erhebliche Gefahr“ eingestuft wird, ist besondere Vorsicht geboten, da diese Stufe oft unterschätzt wird. Laut exxpress.at kann bereits eine einzelne Person eine Lawine auslösen, besonders an steilen Hängen, wo die Schneedecke oft nur schwach verfestigt ist.

Die KFV empfiehlt dringend, steile Hänge zu meiden, Abstände innerhalb der Gruppen einzuhalten und Abfahrten nacheinander durchzuführen. Des Weiteren sollten Touren sorgfältig geplant werden. Trauner-Karner warnt, dass es gefährlich ist, sich allein auf Erfahrung oder Ausrüstung zu verlassen; die beste Ausrüstung bietet keinen absoluten Schutz vor Lawinen. Im Durchschnitt sterben in Österreich jährlich 19 Menschen durch Lawinen, und etwa 198 werden verletzt. Der KFV appelliert, nie allein in den Bergen unterwegs zu sein und stets vollständige Notfallausrüstung mitzunehmen. Im Ernstfall muss schnell gehandelt werden.

Vorbereitung auf Lawinenunfälle

Die Gefahr von Lawinenunfällen in den Alpen ist jährlich hoch, besonders für Skitourengeher, Freerider und Schneeschuhwanderer, die abseits gesicherter Pisten unterwegs sind. Die richtige Vorbereitung und fundiertes Wissen über die Lawinenprävention können entscheidend zur Vermeidung solcher Unfälle beitragen. Tägliche Informationen über die Schneesituation und die Gefahrenstufen von 1 (gering) bis 5 (sehr hoch) sind über den Lawinenlagebericht zu konsultieren. Besonderes Augenmerk sollte auf Stufen 3 oder höher gelegt werden, wie alpinmesse.info beschreibt.

Eine gründliche Analyse der Wetterbedingungen, wie Wind, Temperatur und Niederschlag, ist ebenfalls von großer Bedeutung, da sie die Stabilität der Schneedecke erheblich beeinflussen. Darüber hinaus sollten steile Hänge über 30 Grad gemieden werden. Wichtige Ausrüstungsgegenstände sind ein Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS), eine Schaufel und eine Sonde. Alle Gruppenmitglieder sollten den Umgang mit diesen Geräten beherrschen. Ein Airbag-Rucksack kann die Überlebenschancen erhöhen, indem er Verschüttete an der Oberfläche hält.

Verhalten im Ernstfall

Im Gelände sollten Abstände strikt eingehalten werden, um die Belastung der Schneedecke durch große Gruppen zu reduzieren. Es ist ratsam, steile Hänge nicht gleichzeitig von mehreren Personen zu befahren. Warnzeichen wie Geräusche oder Risse in der Schneedecke deuten auf eine instabile Schneelage hin. Im Falle einer Lawinenverschüttung ist es entscheidend, schnell zu handeln, um die Überlebenschancen der Betroffenen zu erhöhen. Innerhalb der ersten 15 Minuten sind diese am höchsten, danach sinken sie stark.

Um im Ernstfall richtig zu agieren, sollte der Notruf umgehend abgesetzt werden. In Österreich ist die Bergrettung unter der Nummer 140 erreichbar. Die Bergung sollte vorsichtig mittels Sonde und Schaufel erfolgen, wobei zuerst der Kopf und Brustbereich freigelegt werden sollten. Damit solche kritischen Manöver erfolgreich verlaufen, ist es unerlässlich, dass alle Gruppenmitglieder die Grundlagen der Kameradenrettung geübt haben. Für Personen ohne erfahrene Beurteilung der Lawinengefahr ist es ratsam, sich bei gesicherten Abfahrten oder in professionell geführten Gruppen aufzuhalten. Der Besuch eines Lawinenkurses kann ebenfalls hilfreich sein, um nötiges Wissen zu erlangen, wie slf.ch empfiehlt.

Zur persönlichen Sicherheit auf Touren empfiehlt es sich auch, die Plattform White Risk zu nutzen. Sie bietet umfassende Informationen zu Lawinenwissen, Schnee- und Lawineninformationen sowie zur Planung von Touren und Freerideabfahrten.