Am 19. Jänner 2026 ereignete sich im Großarltal, einer beliebten Bergregion im Pongau, ein tragisches Lawinenunglück, bei dem vier Menschen ihr Leben verloren. Die betroffene Gruppe bestand aus sieben Personen, die an einem regulären Winterausbildungsprogramm des Alpenvereins teilnahmen. Unter Leitung einer 41-jährigen Bergführerin wurden Kenntnisse in Lawinenkunde und Risikoeinschätzung vermittelt.

Das Unglück geschah in einer Höhe von etwa 2.000 Metern, unterhalb des Thronecks. Vier der Teilnehmer, zwei Männer aus Tirol im Alter von 65 und 63 Jahren, eine 60-jährige Frau aus der Steiermark und ein 53-jähriger Mann aus Oberösterreich, wurden von der Lawine erfasst und getötet. Ein 58-jähriger Salzburger überlebte, indem er sich selbst befreite und die Rettungskette in Gang setzte. Zudem konnten eine weitere Frau und ein Mann aus der tödlichen Lawine gerettet werden.

Ermittlungen gegen die Bergführerin

Die Staatsanwaltschaft Salzburg hat ein Ermittlungsverfahren gegen die Bergführerin eingeleitet. Es wird der Verdacht auf fahrlässige Tötung geprüft. Ein Sachverständiger für Lawinenkunde wurde beauftragt, die Unfallursache zu ermitteln. Zentrale Fragen dabei sind, ob die Gruppe die Lawine selbst auslöste oder ob es sich um einen natürlichen Abgang handelt.

Alle Teilnehmer des Kurses waren mit Lawinenverschüttetensuchgeräten (LVS) ausgestattet, was in der Regel die Überlebenschancen erhöht. Eine besondere Herausforderung in diesem Unfallbericht ist die Tatsache, dass Lawinen als eine der gefährlichsten Naturgefahren in Gebirgen gelten. Jährlich fordern sie in Europa zwischen 150 und 200 Todesleben, wobei die meisten Opfer Freerider und Skitourengeher sind, die abseits gesicherter Pisten unterwegs sind, wie die Statistik zeigt.

Sicherheitsaspekte und Prävention

In Österreich liegt die Zahl der Lawinentoten bei etwa 25 bis 30 pro Jahr, stark abhängig von den Wetter- und Schneeverhältnissen. Die Risiken sind besonders stark ausgeprägt zwischen Dezember und März, wobei das höchste Risiko nach starken Schneefällen besteht. Daher ist es entscheidend, dass diejenigen, die in den Bergen reisen, über die notwendigen Kenntnisse und Sicherheitsausrüstungen verfügen.

Die Prävention spielt eine zentrale Rolle im Umgang mit Lawinenrisiken. Teilnehmer an Skitouren und ähnlichen Aktivitäten sollten stets die Wetterbedingungen sowie aktuelle Lawinenbulletins berücksichtigen und sich regelmäßig in Lawinenkunde aus- und weiterbilden lassen. Dies könnte dazu beitragen, die Zahl der tragischen Unglücke wie das in Großarltal zu reduzieren.

Das Lawinenunglück in Großarltal ist nicht nur ein schwerer Schicksalsschlag für die Hinterbliebenen, sondern wirft auch Fragen nach der Sicherheit und den Risiken des Bergsports auf. Der Vorfall unterstreicht die Notwendigkeit für eine ständige Sensibilisierung und Ausbildung im Bereich Lawinensicherheit.