Am 17. Jänner 2026 erschütterten mehrere tödliche Lawinenabgänge den Pongau in Salzburg, wo fünf Menschen ihr Leben verloren. Die tragischen Vorfälle ereigneten sich in unterschiedlichen Gebieten. In Bad Hofgastein wurde eine Skitourengeherin gegen 12:30 Uhr in der Höhe von 2.200 Metern erfasst. Trotz sofortiger Wiederbelebungsversuche kam jede Hilfe zu spät. Ein weiterer, verheerender Abgang folgte gegen 14:00 Uhr im Großarltal, wo bei einer geführten Tour des Alpenvereins vier von sieben erfassten Skitourengehern ums Leben kamen. Lediglich zwei konnten lebend geborgen werden, wobei einer schwer und die andere leicht verletzt wurde.

Die Einsatzkräfte setzten alles daran, die Betroffenen zu retten. Etwa 90 bis 100 Personen, darunter Mitglieder der Bergrettung, vier Rettungshubschrauber, Hundestaffeln und Notfallsanitäter, waren im Einsatz. Auch ein Kriseninterventionsteam und die Alpinpolizei waren zur Stelle. In den angrenzenden Gebieten von Hüttschlag und Großarl kam es zudem zu weiteren Lawinenabgängen, jedoch ohne Verletzte.

Die traurigen Umstände

Der Überlebende des Unglücks ist ein 58-jähriger Salzburger, der sich selbst befreien konnte und die Einsatzkräfte alarmierte. Gerhard Kremser, der Bezirksleiter der Bergrettung Pongau, äußerte sich zu den Vorfällen und zeigte sich betroffen. Er betonte, dass trotz repetitiver Warnungen die endgültigen Konsequenzen schwerwiegend waren. Viele hatten die Risiken der Lawinenwarnstufen offensichtlich ignoriert.

Die Lawinenwarnstufe in der Region bleibt nach den tragischen Vorfällen erhöht, da insbesondere Triebschnee in höheren Lagen weiterhin ein hohes Risiko darstellt. Kremser sprach sein Mitgefühl für die Angehörigen der Opfer aus und wies darauf hin, dass die Situation ernst bleibt.

Gesamtbild der Lawinensituation in Österreich

Lawinenunfälle sind in den Wintermonaten in Österreich ein wiederkehrendes Thema. Statistiken zeigen, dass im Winter 2019/2020 insgesamt 373 Lawinenunfälle gemeldet wurden, jedoch könnte die tatsächliche Zahl der Ereignisse über 3.000 liegen. Die Inzidenz in Europa beläuft sich auf etwa 100 Lawinenopfer jährlich, wobei in Österreich im Schnitt 21 Todesfälle pro Jahr verzeichnet werden. Besonders gefährdet sind Variantenfahrer und Skitourengeher, da 54 Prozent der Betroffenen auf Skitouren durch Lawinen ums Leben kommen.

Das Risiko bei Lawinen bleibt eine ernsthafte Angelegenheit für alle Wintersportler. Oft wird die Lawine selbst von den Skifahrern ausgelöst, was unterstreicht, dass Vorsicht und Risikoabwägung unabdingbar sind. Die häufigste Todesursache bei Lawinenunfällen ist das Ersticken, und bei völliger Verschüttung überlebt jeder Zweite nicht, trotz einer hohen Überlebenswahrscheinlichkeit in den ersten Minuten nach dem Unglück.

Die tragischen Ereignisse im Pongau sind ein verheerendes Beispiel für die Gefahren, die Skitourengeher in den Bergen erwarten können, und mahnen zu größter Vorsicht und Respekt vor der Natur.

Weitere Informationen zu den Vorfällen und der aktuellen Lawinensituation können auf den Webseiten von 5min und sn nachgelesen werden. Zudem bietet die Zeitschrift Sportmedizin wichtige Informationen zur Prävention von Lawinenunfällen.