Am vergangenen Wochenende ereigneten sich tragische Lawinenunglücke in den französischen Alpen, die vier Menschenleben forderten. Laut oe24 starben am Samstag zwei Wintersportler in der Nähe von Saint-Véran, dem am höchsten gelegenen Dorf der französischen Alpen. Die beiden, Teil einer Gruppe von vier Skitourengehern, wurden von einer Lawine an der Nordseite des Berges Tête de Longet verschüttet. Die Gruppe war unbegleitet und befand sich abseits der gesicherten Pisten, was das Risiko erheblich erhöhte.
Nur einen Tag später, am Montag, ereigneten sich zwei weitere tödliche Unglücke. Ein 38-jähriger Skifahrer starb in Sainte-Agnès nahe Grenoble. Die Staatsanwaltschaft von Gap berichtete zudem von einem Mann Anfang 30, der beim Skifahren abseits der Pisten nahe Montgenèvre verschüttet wurde. Sein Begleiter blieb unverletzt, doch diese Vorfälle tragen zur alarmierenden Statistik in den Alpen bei. In diesem Jahr sind bereits mehr als 20 Wintersportler durch Lawinen in den Alpenländern (Österreich, Frankreich, Italien, Schweiz) gestorben.
Gefahren durch Lawinen in den Alpen
Die von Spiegel berichteten Unglücke verdeutlichen die Gefahren, die mit Wintersport in den Alpen verbunden sind. Jährlich gibt es in Europa 150 bis 200 Todesfälle durch Lawinen. Besonders gefährdet sind Freerider und Skitourengeher, die sich häufig abseits gesicherter Pisten bewegen. Statistiken zeigen, dass 70 bis 80 Prozent der Lawinentoten Freizeit-Sportler sind.
In den Alpen sind Männer zwischen 20 und 40 Jahren am häufigsten betroffen, was auf die Risikobereitschaft dieser Altersgruppe hinweist. Laut einer Analyse gibt es in Österreich jährlich etwa 25 bis 30 Lawinentote, in der Schweiz liegt diese Zahl bei 20 bis 30 pro Wintersaison. In Deutschland sind es dagegen nur ein bis fünf Unfälle pro Jahr.
Ursachen und Prävention von Lawinenunfällen
Die Ursachen für Lawinenunfälle sind vielfältig. Natürliche Auslöser wie Schneefall und Temperaturwechsel spielen eine Rolle, doch auch das menschliche Verhalten, insbesondere die Unterschätzung von Risiken und falsche Routenwahl, führen oft zu tödlichen Unfällen. Mehr als 90 Prozent der Lawinen im freien Gelände werden von Menschen selbst ausgelöst, was die Notwendigkeit von Sicherheitsausbildung unterstreicht. Anderswandern betont, dass Lawinenausbildung und das Mitführen geeigneter Ausrüstung wie LVS-Gerät, Sonde und Schaufel entscheidend sind für die Sicherheit im Gelände.
Die meisten Lawinenunfälle passieren zwischen Dezember und März, vor allem nach starkem Schneefall oder spürbaren Temperaturwechseln. Um die Überlebenswahrscheinlichkeit zu erhöhen, sollten Wintersportler stets die Lawinenlage überprüfen und sich über lokale Sicherheitsinformationen informieren. Die richtige Vorbereitung und das Bewusstsein für potenzielle Gefahren sind unerlässlich, um Vorfälle wie die recenten Tragödien in den französischen Alpen zu vermeiden.